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Immobiliengeschäfte bringen in Zeiten wirtschaftlicher Unruhe nichts als Schwierigkeiten, - davon kann Nicholas Cage seit einigen Jahren ein Liedchen trällern und nimmt ergo jede noch so dämliche Rolle an, um dann in irgendwelchen osteuropäischen Staaten billige Produktionen durchzustehen. Regisseur Simon West hat mit ihm in weitaus besseren Zeiten „Con Air“ gedreht, - ein Erfolg, mit dem die beiden im vorliegenden Fall nicht anknüpfen können, denn es hat hierzulande noch nicht einmal bis zur Kinoauswertung gereicht.

Cage mimt den cleveren Dieb Will Montgomery, der bei einem Coup seinen Partner Vincent (Josh Lucas) ins Bein schießt, jedoch von den übrigen im Stich gelassen wird und für acht Jahre in den Knast wandert. Kaum ist Will wieder frei, meldet sich Vincent, der den Anteil der verschwundenen Beute fordert, ansonsten muss Wills entführte Tochter Alison (Sami Gayle) dran glauben…

Eine überaus dankbare Rolle für Cage, der endlich mal nicht dem Overacting verfällt, weil er die meiste Zeit in Bewegung ist und gar keine Zeit zum Performen hat, was der Glaubwürdigkeit seiner Figur sichtlich wohl tut.

Die Geschichte bietet hingegen das altbekannte Schema ohne sonderliche Innovation: Entführte Tochter, ein Zeitlimit und das unterbelichtet dargestellte FBI mischt auch noch mit.
Nach dem hochgradig spannenden Einstieg und einer langen Verfolgungsjagd durch ein Parkhaus flacht die Erzählung zunächst ein wenig ab, gönnt sich jedoch keine Atempause, um die zahlreichen Logiklücken und Unwahrscheinlichkeiten nicht unnötig in den Vordergrund zu rücken, denn ein Goldraub in einer Viertelstunde ist genauso hanebüchen wie ein Einloggen im Polizeicomputer des FBI BEIM FBI.

Doch West holt ein paar ansehnliche Momente aus der ordentlich verteilten Action heraus, verzichtet auf billige Tricks, inszeniert jene Szenen ohne visuelle Schnörkel und konzentriert sich primär auf Tempo und Drive, wenn auch die großen Schauwerte ein wenig ausbleiben.
Dabei bietet New Orleans inmitten von Mardi Gras eine nette Abwechslung und streut Jägern und Gejagten ein paar Hindernisse in den Weg, während Alison im Kofferraum des Entführers auch nicht untätig bleibt. Josh Lucas hätte indes ein wenig Zurückhaltung gut getan, denn sein Terminatorbein und die verfilzten langen Haare sorgen bereits für kurze Erheiterungen, das Overacting gibt seinem bösen Wicht allerdings den Rest.

„Stolen“ bietet im Grunde eine einzige Verfolgungsjagd ohne nennenswerte Atempause, jedoch auch ohne wirkliche Highlights oder Überraschungen. Ein paar bekannte Gesichter wie Malin Akerman als ehemalige Partnerin oder Danny Huston als FBI-Boss werden eher verheizt, demgegenüber wirkt der Score von Mark Isham zuweilen ein wenig penetrant, während die Simplizität der Story durch das latent hohe Tempo und die passable Action kaschiert wird.
Actionfreunde können mit dem Streifen nicht viel falsch machen, werden ihn jedoch auch nicht lange in Erinnerung behalten, also schlichtes Popkorn-Kino zum Abschalten für die kurzweilige Unterhaltung zwischendurch.
6,5 von 10

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