Man kann Aliens auf die Menschheit loslassen, indem man richtig viel Bombast und ein paar bekannte Gesichter auffährt, wie es beispielsweise „Independence Day“ vormachte, doch es geht natürlich auch ein wenig bodenständiger. Vorliegender britischer Streifen versucht die letztgenannte Variante und läuft innerhalb der ersten Hälfte fast schon Gefahr, vorzeitig zum Rohrkrepierer zu mutieren.
Über Umwege landen Charlie, seine Ex Shelley, sowie deren beste Freunde Mark und Nikki in einer Lagerhalle im Außenbezirk von London. Zunächst war von einem Flugzeugabsturz die Rede, doch nachdem die vier im Gebäude eingeschlossen sind, machen sie bald Bekanntschaft mit einer extraterrestrischen Form…
Fast die Hälfte der Zeit wird mit Beziehungsgeplänkel verbracht, bis das Alien überhaupt zur Tat schreitet. Charlie ist furchtbar verbittert, weil Shelley ihn vor die Tür gesetzt hat, während sein Kumpel Mark ihn beruhigen muss. Als man ihr Auto vor der Halle entdeckt, gelangt man ins Gebäude, jedoch nicht mehr hinaus, da das Sicherheitssystem einen weg hat.
Mal abgesehen von den ersten Minuten, als das Gebäude erschüttert wird, einer Frau der Hund wegläuft und an der Absturzstelle schwarzer Qualm emporsteigt, wird die Tatsache einer gefährlichen Grundsituation für fast eine halbe Stunde komplett ausgeklammert.
Als schließlich die Überreste eines Technikers gefunden werden und ein Tentakel sichtbar wird, gerät die Chose endlich ein wenig in Bewegung. Man muss sich durch Luftschächte bewegen, brauchbare Waffen suchen und im letzten Drittel auch mal direkt gegen die Kreatur kämpfen, welche zwar ziemlich unecht aussieht, jedoch zumindest halbwegs phantasievoll gestaltet wurde, mit merkwürdig langen Fangzähnen in unüblicher Anordnung und recht durchdringenden Krallenhänden, welche für ein paar kleine Splattereinlagen sorgen. Immerhin gibt es eine zerfetzte Leiche, einen zermatschten Unterkiefer und eine geöffnete Brust, wobei die Qualität der Gewalteinlagen absolut in Ordnung geht.
Auf ähnlichem Niveau performen die weitgehend unbekannten Mimen, die zwar nicht sonderlich gefordert werden, jedoch passabel agieren und im Fall von Noel Clarke als Charlie und Ned Dennehy als vogeliger Kauz sogar ein paar Sympathien einfahren.
Enttäuschend fällt demgegenüber der spärliche Score aus, den man zwischenzeitlich überhaupt nicht wahrnimmt, obgleich innerhalb einiger klaustrophobischer Szenen eine musikalische Untermalung deutlich mehr Suspense geschürt hätte.
So bilden Spannungsmomente reichlich Mangelware und auch in Sachen Stimmung vermag die Kulisse des großräumigen Lagerhauses nur phasenweise zu punkten. Das größte Manko bildet jedoch der eindimensionale Ablauf ohne Überraschungen oder Hintergründe zur Landung des Alien, denn bis zum Schluss wird nicht klar, wie es auf die Erde gelangen konnte, noch wird deutlich, aus welchen Beweggründen es handelt und ausgerechnet bei einem batteriebetrieben Plüschhund innehält.
Die vagen Versuche eingestreuten Humors werden kaum wahrgenommen und auch wenn das letzte Drittel einigermaßen temporeich vonstatten geht, bietet der preiswert abgedrehte Streifen zu wenige Schauwerte, um für länger als einen halben Tag in Erinnerung zu bleiben.
3,5 von 10