Review

Die Idee der Krimikomödie wirkt etwas an den Haaren herbeigezogen und ist auch nicht all zu neu (Mann heuert seinen eigen Killer an, überlegt es sich später anders, muß seine in Auftrag gegeben Ermordung verhindern, was zu allerlei Verwicklungen führt.). Rühmann spielt ziemlich steif und ungelenk. Man merkt ihm noch deutlich an, daß er frisch von der Theaterbühne kommt. Allerdings wurde die, bisher leider nicht als DVD erhältliche Musikkomödie "Die drei von der Tankstelle" mit Rühman bereits 1930 gedreht, also ein Jahr zuvor, worin er ungleich "lockerer" agiert. Sicherlich liegt es aber auch zum Teil an seiner Rolle als melancholischer Selbstmörder.
Die Laufzeit des Films mit 50:35 Minuten ist recht kurz bemessen, wobei gesagt werden muß, dass die Originallänge sich 1931 auf 2672 m, also auf etwa 93 Min. bei 25 Bildern pro Sekunde belief. Doch dürfte es sich bei den Kürzungen um keine absichtlichen Schnitte handeln, sondern eher verschollenes oder unbrauchbares Filmmaterial dafür verantwortlich sein. (Siehe dazu auch die Fassungsbesprechung von "Prof01" der e-m-s-DVD!)
Wie bei e-m-s leider üblich, liegt auch dieser Klassiker, wie alle anderen der "Deutsche Filmklassiker"-Reihe, nur im 3:4-Format (Vollbild) vor. Das Filmmaterial ist größtenteils recht gut remastert. (So extrem dunkle Szenen wie sie z.B. in "Lachende Erben" vorkommen, sucht man hier glücklicherweise vergebens.)
Der Ton ist natürlich Mono, aber ganz okay.
Die Musik komponierte Friedrich Hollaender, der auch im Film als Vorsitzender des Syndikats eine kleine Rolle spielt (und eine Gesangseinlage seiner Bande mit einem Messer dirigiert). Die Liedtexte steuerte der damals noch unbekannte Billy Wilder bei, der zusammen mit Ludwig Hirschfelder und Kurt Siodmak auch das Drehbuch nach der Vorlage von Jules Vernes "Die Leiden eines Chinesen in China" und einem Bühnenstück von Heinz Neubach verfasste. Fälschlicherweise wird auf der DVD-Hülle Kurt (Curt) Siodmak als Regisseur angeführt und nicht Robert Siodmak.
Allerdings finden sich auf der goldbeschichteten Scheibe, außer ein paar zum Teil von einem Offsprecher vorgelesener Infotexttafeln und einem etwa 8 minütigem Trailerzusammenschnitt keinerlei Extras.
Nachzutragen sei noch, dass der Film ursprünglich unter den Titel: "Jim, der Mann mit der Narbe" erschien, unter dem er auch auf dieser DVD vorliegt. Da die Figur des "Jim" jedoch nicht die von Rühmann verkörperte ist, sondern ein Knacki, den dieser erst im letzten Drittel des Films kennen lernt, ist der neue e-m-s-Titel "Der Mann, der seinen Mörder sucht" treffender gewählt.

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