"Neil Young Journeys" ist die mittlerweile fünfte Zusammenarbeit zwischen
Neil Young und Regie-Legende Jonathan Demme (Schweigen der Lämmer).
Als sich Demme 1993 auf der Suche nach einem geeigneten Song für seinen
neuesten Film an seinen Helden Neil Young wandte wurde der Grundstein
einer fortlaufenden künstlerischen Zusammenarbeit gesetzt:
Der Song "Philadelphia" aus dem gleichnamigen Film brachte Neil ganz nebenbei eine Oscarnominierung ein.
In den folgenden Jahren entstanden die Konzert- bzw. Musikfilme "Complex Sessions" (1994) mit Crazy Horse, "Heart Of Gold" (2006), "Neil Young Trunk Show" (2009, leider bisher unveröffentlicht) und eben "Neil Young Journeys"
von 2012. Die Werke gemeinsam bilden eine Reise in die vielseitige Welt des Neil Young mit all seinen Facetten. Ein umfangreicher Einblick in seine Musik, sein Leben, Jetzt und Vergangenheit und seine Philosophie.
In "Neil Young Journeys" begleiten ihn Jonathan Demme und Bruder Bob Young auf der Fahrt von seiner Heimatstadt Omemee nach Toronto zum letzten
Konzert seiner Solo-Tour zum Album "Le Noise". Dabei streifen sie verschiedene Stationen aus Young's Leben und besuchen Orte seiner Kindheit. Das Ganze erinnert an ein dokumentarisches Roadmovie und wird unterbrochen und vermischt mit stimmungsvoll und ungewöhnlich gefilmten (u.a. mit einer Mikrofonkamera) Auschnitten aus den letzten beiden Konzerten der Tour in der legendären Massey Hall in Toronto.
Neben den unveröffentlichten Songs "Leia" und "You Never Call" sind unter
anderem intensive Versionen von Klassikern wie "After The Gold Rush"
(am Harmonium / Heimorgel), "I Believe in You" (Piano), oder "Hey Hey, My My (out of the blue)", als auch Stücke wie "Hitchhiker", "Love And War" und eine
Wahnsinnsversion von "Walk With Me" enthalten.
Die Konzertaufnahmen wurden von Kameramann Declan Quinn dermaßen intensiv und dynamisch eingefangen, dass die volle Essenz von Young's Musik zu spüren ist. Durch die gekonnte Aufnahme von Mimik und Gesicht beim singen werden die Texte nochmal dick unterstrichen. In "Ohio" wird sogar mit Archivaufnahmen und Fotos an das Kent State Massacre von 1970 und seine Opfer erinnert.
Fazit:
Grandioses musikalisches Portrait eines der bedeutensten Künstler unserer Zeit... Uneingeschränkt zu empfehlen und für Fans definitiv essenziell!