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Motocross kann unter gegebenen Umständen eine durchaus spannende Angelegenheit sein, im Speziellen Freestyle Motocross, kurz FMX, bei dem die Fahrer zwischen zwei Schanzen tollkühne Tricks wie Salto oder diverse Drehungen ausüben. Doch Regisseur Nick Parada zieht eine unpointierte Milieustudie einem rasanten Sportfilm vor, was folgerichtig im Dilemma mündet.

Johnny ist eigentlich ein braver Student, der bei seiner streng katholischen Mutter lebt. Beim Nebenjob im Fitnessstudio lernt er die attraktive Stephanie kennen, kurz darauf ihren Bruder Jessie, der fett im FMX unterwegs ist. Gleichermaßen rutscht Johnny in eine Szene, die sein Leben mit Drogenexzessen und krummen Geschäften rasch umkrempelt...

Suggeriert das Cover einen wie Danny Trejo in der Hauptrolle und verspricht eine Menge Action, hat man es hier eindeutig mit einer Mogelpackung zu tun, denn Trejo spielt irgendwo am Rande etwa drei Minuten mit, während sich die Action auf einige Motorradtricks begrenzt, welche immerhin noch einigermaßen ansprechend ausgefallen sind.

Was allerdings bereits nach fünf Minuten nervt, ist dieser unsägliche Slang, nahezu jeden Satz mit "Alter", "Mann" oder "Bro" beenden zu müssen. Im Originalton fallen indes "Dude" und das böse F-Wort rund 400 Mal, was bereits einiges über das Niveau der Dialoge aussagt.
Zudem scheint jeder Biker komplett tätowiert zu sein und ständig ein Näschen zu nehmen, während sämtliche Damen wie Wanderhuren behandelt werden, sich größtenteils aber auch so benehmen. In so eine Szene gerät also der unscheinbare Johnny, der auf nicht nachvollziehbare Weise nach kürzester Zeit eine Wandlung durchmacht, während er sein gewohntes Umfeld komplett vernachlässigt.

Allerdings führt die Sache zu nichts, da eben keine Geschichte erzählt wird, sondern wahllose Vorgänge aneinander gereiht werden. Mal ist man beim Autohändler Hector, der an die Jungs kleine illegale Aufträge verteilt, dann mal wieder Johnny und Stephanie, die sich nicht zwischen Freundschaft und Beziehung entscheiden können, hier ein Quickie auf dem Parkdeck, dort ein Gefummel während einer Party, der Bong geht natürlich auch regelmäßig um und bei alledem nervt die einfältige Synchro mal wieder ganz deftig.

Namhafte Gesichter wie Larry Fessenden und Danny Trejo verkommen zu reinen Randfiguren, der Hip-Hop-Soundtrack dürfte allenfalls für Fans der Musikrichtung ansprechend sein und auch die Kamera liefert oftmals willkürliche Perspektiven inklusive einiger unsicherer Handkamerabilder.
In der letzten Viertelstunde kommt zwar so etwas wie eine Handlung auf, doch das darauf folgende moralinsaure Ende raubt dem Ganzen wiederum jegliche Glaubwürdigkeit.

So ergibt sich unterm Strich ein Werk, das die Welt nicht braucht, zumal es keine 89 Minuten benötigt, um einen Lifestyle zu präsentieren, der in Sachen Klischees und Oberflächlichkeiten kaum zu überbieten ist. Und wo Spannung allenfalls in Ansätzen für zwei, drei Szenen geschürt wird, benötigt es auch keine Motocross Einlagen, welche ohnehin nicht viel mit dem inhaltsschwachen Treiben zu tun haben.
3 von 10

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