Review

Wer hier eine Vampirauferstehung in Form eines schaurig-eleganten Karpatenfürstes alter Schule erwartet hat, wurde sicher enttäuscht.
Allzu drastisch ist der Unterschied zwischen dem alten, fast greisen, Burgherrn und dem aus den 1960ern und 70ern gewohnten Grafen Dracula in Gestalt eines Christopher Lee, dessen blutunterlaufener Blick allein schon für Gänsehaut sorgte.
Eine Neufassung also?
Ja und nein. Hollywood bediente sich für diese Fassung von 1992 doch recht stark der Literarischen Version Bram Stokers und schaffte den Spagat zwischen tricktechnischer Finesse und weitgehender Vorlagentreue.
Mit einer Winona Ryder die Stoker selbst für die Rolle der Mina ausgesucht haben könnte und einem Sir Anthony Hopkins, der auch als Dr. Abraham van Helsing brilliert sowie Keanu Reeves, der nicht nur Matrix-tauglich ist und Gary Oldman, der die tragische Gestalt des Grafen nahezu perfekt verkörpert hat die Traumfabrik einmal mehr bewiesen, daß es nicht unmöglich ist, Klassiker der Literatur neu zu verfilmen, ohne sie der Lächerlichkeit preiszugeben.

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