Review

Möge es eines Tages gegeben sein, dass dieser grandiose Roman endlich mal adäquat umgesetzt wird. Das wird allerdings nicht mehr passieren, denn schon alleine des Titels wegen wird sich in diesem Leben (hehe) keiner mehr daran wagen.

Hollywood oh Hollywood...da bekommt man ein durchaus verfilmbares good old English Gothic-Buch in die Hand und kloppt es auf Liebesschmonzetten-Niveau herunter. Es ist einfach furchtbar, mit anzusehen, wie Charaktere nur deshalb mit Klischees überzeichnet werden, weil das beidgeschlechtliche Publikum sich auf einen Nenner einigen muss.

Lucy Westenra verkommt zu einer Schlampe, Van Helsing kriegt das ätzende Gesicht eines überdrehten Kauzes (als ob das im Buch nicht schon deutlich genug hervorgehoben wird), Seward wird zum bedeutungslosen Liebestrottel, Dracula himself erscheint mehr wie eine Mischung aus den beiden Charakterzwillingen der "Buffy"-Serie Angel und Spike...und trägt in der Schloßszene nicht mal nen Bart...ich könnte stundenlang so weitermachen (Renfield ist ja wohl der Witz schlechthin...)

Als wäre das alles nicht schon grausam genug, kommt auch noch diese leidige Absinth-Szene als optischer und psychologischer Höhepunkt der Schmonzette...wer auch immer diesen Müll in das Drehbuch geschrieben hat: ich hoffe, er wird von Bram Stoker persönlich in den Hals gebissen.

Auch wenn Oldman, Ryder , Reeves und Hopkins das Beste aus ihren Rollen machen...mir wird alleine beim Titel schon schlecht.

3/10...eigentlich 2/10, aber wenigstens taucht Leonardo DiCaprio nicht am Schloßturm auf und ruft "Ich bin der König der Unterwelt".

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