Review

Coppola's Umsetzung des Bram Stoker Romans ist meiner Meinung nach eine, wenn nicht gar die beste Umsetzung der literarischen Vorlage. 


Nachdem seine Projekte in den Jahren vor Dracula ihren Zeitrahmen und Budget sehr überschritten hatten, war Coppola fest entschlossen, Dracula zeitig fertig zu drehen. Er liess den ganzen Film auf Sets Filmen um nicht vom Wetter abhängig zu sein. Ebenso bestand er darauf, dass die meisten Effekte mit praktischen Mitteln und ohne Computer-Grafiken gemacht werden sollten. 

Das Ergebnis kann sich absolut sehen lassen. Mit Hilfe von Trick-Aufnahmen, erzwungener Perspektive und Miniaturen zeigt Coppola das viktorianische Zeitalter in dem die Charaktere in hervorragenden Kostümen agieren. Dabei wird sich relativ streng an die Romanvorlage gehalten: Graf Dracula heuert eine englische Kanzlei an, um den Kauf von Carfax Abbey in London abzuwickeln. Nachdem der erste Anwalt, Renfield, dabei seinen Verstand verliert übernimmt Jonathan Harker den Fall und reisst nach Transsylvanien, während seine Verlobte, Mina, bei ihrer Freundin Lucy wohnt, die gleich von drei Männern Heiratsanfragen bekommt: Lord Holmwood, Dr. Seward und dem Texaner Quincy Morris. Als Dracula ein Bild von Mina bei Jonathan findet, glaubt er darin seine verstorbene Frau Elisabetha wieder zu erkennen, die sich einst, im glauben das der Graf im Krieg gefallen war das Leben nahm. Dracula hält Harker mithilfe seiner Vampirbräute auf dem Schloss gefangen und reisst per Schiff nach London, wo er beginnt, Mina zu verführen und Lucy als Nahrungsquelle zu nutzen, bis Dr. Seward schliesslich nicht mehr weiter weiss und Professor Abraham van Hellsing zur Hilfe ruft. 

Einige der Charaktere werden im Film etwas überzeichnet, um sie lebendiger zu gestalten. So ist der exzentrische van Hellsing hier noch eine Spur exzentrischer und vor allem ist Coppola auf die erotischen Aspekte des Vampir-Mythos konzentriert. 

Höhepunkt des Films ist aber Gary Oldman als Dracula. Nicht nur wegen der tollen Kostüme sondern auch der Hervorragenden Art, in der Oldman die verschiedenen Aspekte des Grafen in einem Charakter vereint. (Ehemaliger christlicher Ritter, Aristokrat, Mann mit gebrochenem Herzen, Monster und charmanter Liebhaber zugleich)

Sehr zu empfehlen!

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