Review

Die letzten Streifen von Schmuddelfilmer Ryan Nicholson waren nicht gerade eine Ausgeburt cineastischer Perfektion, denn oftmals ging es ihm um möglichst sadistische Ableben, während der Rest zur nervigen Angelegenheit mutierte. Da macht sein „Famine“ absolut keine Ausnahme.

Der Schulabschluss naht. Um sich eine bessere Note zu verschaffen, ruft die Lehrerin Vickers zu einem Tag des Fastens in der Schule auf, bis ein als Schulmaskottchen verkleideter Killer reihum geht. Hat dieser etwas mit dem Unfall zu tun, bei dem vor einigen Jahren fast ein Lehrer ums Leben kam...?

Nicholson legt den Fokus nach wie vor auf blutrünstige Morde, doch alles andere ist ein einziges Debakel. Die Figuren bestehen ausschließlich aus Unsympathen: Eine debile Brillenschlange, eine arrogante Gothic- Lehrerin, eine Ober- Bitch, ein paar hirnamputierte Jungs, ein zurückgebliebener Hausmeister und weitere unbedeutende Randfiguren werden von Laiendarstellern verkörpert, die noch nicht einmal alltägliche Momente glaubhaft transportieren können. Darüber hinaus bedienen sich viele einer auffallend vulgären Sprache, es wird nahezu pausenlos gekeift oder über dreckige Fantasien sinniert, während die Morde eine Weile auf sich warten lassen.

Nahezu leere Schulgebäude vermögen zuweilen eine gruselige Atmosphäre verbreiten, doch auch dies bekommt Nicholson nicht hin. Stattdessen verplempert er Zeit mit Naschkatzen während des Fastens, Knutsch - und Fummelpaaren und weiteren schrillen Auseinandersetzungen. Als die Morde letztlich einsetzen, macht sich weitere Ernüchterung breit, welche aufgrund der kurzen Laufzeit von rund 69 Minuten bereits erahnbar war: Mindestens acht Minuten müssen der Schere zum Opfer gefallen sein, denn obgleich ein paar Messerstiche, eine Verätzung und ein Kehlenschnitt zu sehen sind, finden einige Ableben im Off statt, eine Skalpierung wird nur angedeutet und beim Showdown fehlt gar richtig viel, so dass man nahezu die Übersicht verliert, wer in dem Chaos überhaupt noch am Leben ist.

Die Gewaltszenen allein dürften jedoch kaum zur Verbesserung des Gesamtbildes beitragen, wenn man bereits nach wenigen Minuten hofft, dass alle Beteiligten möglichst rasch den Löffel abgeben mögen.
Die Untermalung mit drittklassigem Heavy während der Kills ist nervig, die Synchro ist es ebenfalls und auch wenn bei der Auflösung des Täters ein völlig behämmerter Twist enthalten ist, wertet dies die lahmarschige Chose nicht im Geringsten auf.
Ob mit oder ohne übermäßigem Splattergehalt: „Famine“ bleibt ein nerviges Stück Film ohne Nährwert und dürfte selbst bei eingefleischten Freunden gängiger und schwächerer Slasher einen schweren Stand haben.
2,5 von 10

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