Review

„I saw what you did“… nicht gerade im letzten Sommer, dafür um ungefähr acht Uhr dreißig (laut deutschem Titel) – vermutlich ist das der Zeitpunkt, an dem sich damals die meisten Kinozuschauer derbst gelangweilt haben und dabei beobachtet wurden.

William Castle, seines Zeichens einfallsreicher B- und C-Film-Schockpapst der 50er und 60er hat mit seinem „Thriller“ ein ziemlich ödes Spätwerk abgeliefert, das schon mal effektiv das Ende seiner Karriere einleitete.

Hier geht’s um ein paar Teenager, die sich einen Spaß machen und irgendwelche Leute per Telefon belästigen, bis sie an einen Psychopathen geraten, der wegen des ungewollten Anrufs mal einfach seine Bettgespielin meuchelt, weil die ihn unter der Dusche anpault. Nebenbei hat er aber noch eine ältere Verehrerin, die ihn für sich allein haben will – so dass nach einer Kette wahnsinnig bemühter Ereignisse er dazu ansetzt, den Mädels den Saft abzudrehen, weil sie sich gerade auf einer Farm an Anus des Planeten befinden.

Da wird zwar heftig auf die Spannungserzeugungstube gedrückt, heraus kommt aber nur heiße Luft. Den Hauptteil des Film bestreiten zwei Teenager und ein Kind mit ihren Streichen, perfekte hohle Blaupausen für heutige Boygroupverehrer. Dazwischen sieht man öfters mal John Ireland, der mitunter übelst am Rad dreht. Sein Mordauftritt aus der Duschkabine ist dann auch der beste Moment des Films, leider schon nach einer Viertelstunde.
Außerdem warb Castle ganz groß mit Joan Crawford, für die dieses Filmchen auch schon fast der komplette Kinoabgesang war. Zwar an erster Stelle der Besetzungsliste hat sie insgesamt etwa 10 Minuten zu tun und mit dem Filmausgang nichts zu tun.

Interessant wird es übrigens auch für 10 Minuten – und zwar die letzten 10, denn da schleicht der Finsterling über die neblige Farm in der Morgendämmerung, aber bis dato gibt’s schon jede Menge Tiefschläfer oder zufriedene Gesichter, weil man ja 80 ereignislose Minuten Zeit hatte, im Autokino zu fummeln.

Als visuellen Gag sieht man die Vortitel übrigens wie durch ein Augenpaar – was aber auch nicht spannend ist, da sich die beiden Mädels nur einen Wolf quatschen. Vielleicht trotzdem die Referenz, bei der sich Carpenter später bei „Halloween“ bediente.

Dennoch ein fades Filmchen, das kaum der Rede wert ist. (2/10)

Details
Ähnliche Filme