Review

kurz angerissen*

erstmals veröffentlicht: 17.08.2014

Möchte man es bei nur einem Kevin-James-Film belassen, um nicht Zeuge zu werden, wie sich die immergleiche Pummel-Comedy-Rezeptur permanent wiederholt, ist „Das Schwergewicht“ nach aktuellem Stand keine schlechte Wahl. Zwar kommt auch Frank Coracis zweite Zusammenarbeit mit dem Ex-Sitcom-Star wieder nicht ohne Kitsch und Gutmenschentum aus, allerdings gelingt es Kevin James diesmal wenigstens, mit einem Bein aus seinem variationsarmen Rollentypus herauszutreten. Mit mehr Engagement als gewöhnlich nimmt er die auf dem Papier absurd klingende Herausforderung an und überzeugt als Hobby-MMA-Kämpfer im physischen Sinne enorm. Dabei helfen ihm natürlich seine ohnehin immer schon vorhandenen Anlagen für physische Comedy, aber auch sein Engagement für den im Film vorgestellten Sport und die offensichtliche Tatsache, dass er für seine Rolle offenbar ein paar Fettpölsterchen in Muskeln umgewandelt hat, sind hilfreich. Die Inszenierung tut ihr Übriges, um die Szenen im Ring erstaunlich körperlich wirken zu lassen für eine vermeintlich harmlose Komödie um einen Lehrer, der seine Schule retten will. In die US-Comedy-Backform passt das natürlich immer noch (samt „Kindsköpfe“-Co-Star Salma Hayek; für Adam Sandler wäre sicher auch noch Platz gewesen), doch es erweist sich einmal mehr als unheimlich wertvoll, wenn persönliche Ambitionen als Antrieb dienen. Sie verleihen einem kalkulierten Entertainment-Produkt eine Signatur und damit einen Hauch von Lebendigkeit.

*weitere Informationen: siehe Profil

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