kurz angerissen*
erstmals veröffentlicht: 17.03.2013
Von der schmutzigen Heimvideooptik Refns, der mit seinem Independent-Klassiker "Pusher" die Straße direkt vor die eigene Haustür brachte (sozusagen), ist nur noch ein Häufchen Asche übrig. Das Remake konzentriert sich bei der Neuinterpretation weniger auf die Handlung als vielmehr auf den Filmlook: Grelle Lichter blinken an jeder Ecke, schnelle Schnitte treiben Tempo und Puls gleichermaßen in die Höhe und alle Sinne sind betäubt von der Unruhe des Milieus. So gesehen macht das Remake durchaus etwas aus seiner mit vielen Fragezeichen versehenen Ausgangslage, denn eine Neuauflage von "Pusher" hatte nicht wirklich Sinn gemacht. Macht sie vielleicht immer noch nicht, aber zumindest möchte man nicht behaupten, zweimal den gleichen Film gesehen zu haben. Richard Coyle macht seine Sache gut (und vor allem grundverschieden von Kim Bodnia), Bronson Webb kommt herrlich schräg rüber (ist in seiner Sidekick-Rolle aber angesichts seines Original-Gegenstücks Mads Mikkelsen wohl der größte Verlierer) und Zlatko Buric variiert seine eigene Rolle aus dem Original mit allergrößtem Genuss. Durchaus sehenswert, wenngleich die Ausweglosigkeit von Refns Film nicht reproduziert werden kann.
*weitere Informationen: siehe Profil