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Während Filme wie "Das Leben des Brian" von einigen als reine Blasphemie betrachtet wird, bereitet er anderen einen Heidenspaß, was Regisseur J.T. Petty mit seiner Exorzismuskomödie noch ein wenig respektloser auf die Spitze treibt. Leider lassen die Pointen teilweise zu wünschen übrig, doch die schrägen Figuren kaschieren einen Großteil der oberflächlich ausgearbeiteten Geschichte.

In Brooklyn formiert eine Gruppe katholischer Geistlicher unter dem Namen "Hellbound Saints", die bewusst an ihrem Sündenregister schrauben, um im Zweifelsfall einen Dämon zurück in die Hölle zu befördern. Ein besonders kniffliger Fall bereitet ihnen der Todesgott Surtr, der nicht nur ganz Brooklyn zur Hölle schicken will...

Eine herrlich respektlose Grundidee, Priester saufen, kiffen, stehlen, fluchen und herumhuren zu lassen, nur damit diese unter Umständen der Hölle nah sind. Sünden werden per Schnappschuss festgehalten, Schnapspullen stehen grundsätzlich griffbereit und zur Not wird untereinander gevögelt. Die skurrilen Figuren (unter anderem Clancy Brown als zauseliges Oberhaupt Angus) werfen mit einigen unerwartet schlagfertigen Dialogen um sich, nehmen den Prüfer der Institution erst gar nicht ernst und beschimpfen ihn als Androiden, während das zu exorzierende Klientel auch schon mal mit Baseballschläger und Füßen bearbeitet wird.

Leider wird die Story um den Teufelsdämon ein wenig fahrig erzählt, da Petty stets versucht, ein paar bizarre Eigenheiten am Rande einzuflechten, was zuweilen etwas bruchstückhaft anmutet. So manche Situationskomik wirkt dabei zu konstruiert, einige Randfiguren leiden zudem am Overacting und auch der Showdown hätte etwas mehr Pep vertragen können.
Demgegenüber fallen die wenigen CGI solide aus und auch sonst ist handwerklich wenig zu beklagen, außer dass diverse Comiceinlagen nicht so recht ins Grundkonzept passen.

Ein paar nahezu altmodisch erscheinende Nebenhandlungsstränge verleihen dem Ganzen indes einen gewissen Charme und auch die ominösen Geistlichen beweisen im Endeffekt stets Zusammenhalt und Loyalität, was ihnen im Kollektiv einen deutlichen Sympathiebonus einfährt. Hinzu kommt die treffende Besetzung, die grundsolide Ausstattung und das derbe Fluchen nahezu aller Beteiligter, was die Synchro leider ein wenig entschärft hat.

Im Endeffekt sollte man also nicht allzu religiös veranlagt sein, denn so manche Respektlosigkeit ("Der Papst ist tot und der neue ist schwul") dürfte zarte Gemüter binnen kurzer Zeit vom Hocker hauen. Die eigentliche Geschichte wird zwar stets ein wenig von kleinen Anekdoten ausgebremst und erweist sich nicht als sonderlich originell, doch das Gesamtgefüge präsentiert sich gutgelaunt, unterhaltsam und für einige Schmunzler tauglich.
Knapp
6 von 10

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