Review
von Leimbacher-Mario
Was wir tun mit den Schatten
„Hellbenders“ erzählt von einer runtergerockten Truppe von Exorzisten und Ex-Priestern, die sozusagen die letzte, sündhafte Bastion der Kirche gegen die Legionen der Hölle darstellt. Und was klingt wie eine spaßige Mischung aus „What We Do In The Shadows“, „Der Exorzist“, „Deadpool“ und „Ghostbusters“, ist das zwar irgendwie auch, spielt dann im Endeffekt aber doch in keiner Weise in der Liga der Genannten. Das Ensemble ist sehr fein und beinhaltet Namen, wie Macon Blair oder Dan Fogler, die man gerne mal in der ersten Reihe sieht und die mittlerweile definitiv und mit Recht ihren erfolgreichen Weg im Filmbusiness gegangen sind. Die Idee von versauten und so der Hölle sehr nahen Exorzisten ist ebenfalls ein großer Pluspunkt und ziemlich genial. Es gibt immer wieder geile, coole und kultige Szenen, die einfach nur lässig die Hütte wegrocken. Vor allem wegen der Darsteller, der Mucke, der rotzigen Attitüde und der manchmal zischenden Situationskomik. Doch insgesamt wird dennoch ärgerlich viel Potenzial verschenkt...
Ich wollte „Hellbenders“ wirklich lieben und finde ihn trotz aller Kritik auch noch gut. Dennoch ist es schade, dass er nur in ganz kurzen Sequenzen und Phasen zu Höchstform aufläuft. Etwa wenn das bizarre Team zu Beginn am Tisch „vorgestellt“ wird oder es zum Showdown nach Staten Island rüberfährt. Geil und (für sein geringes Budget) stylisch ist das Ding oft genug. Doch die Geschichte passt auf einen Bierdeckel und kann einfach keine Sekunde fesseln. Außerdem kommt man den grundsätzlich frech-interessanten Figuren nie nah genug um ernsthaft mitzufiebern und die Balance zwischen Humor und Horror ist irgendwie off, entscheidet sich für keine der beiden Seiten richtig und wirkt in beiden Disziplinen immer etwas wie mit angezogener Handbremse. „Hellbenders“ macht Fun, ist aber für den hohlen Zahn, wirkt manchmal eher wie eine Auftaktepisode einer vielversprechenden aber ausbaubaren Serie. Zusätzlich idt alles oft etwas sehr gewollt kultig und unkonzentriert was wichtigere filmische Eigenschaften betrifft.
Fazit: puh, hier wäre noch deutlich mehr drin gewesen... ich mag diese wilde Exorzisten-Clique sehr, alle Darsteller sind klasse und viele Witze schön böse und daneben und politisch unkorrekt. Doch der Film und die Geschichte an sich sind viel zu mager, austauschbar und schnell vergessen. Schade. Aber immer noch ein kurzweiliger Comedyhorror-Snack.