Es ist schon eine merkwürdige Truppe, die da in der Pfarrerswohnung einer Kirche in Brooklyn residiert: die Hellbound Saints, wie sie sich nennen, sind ein halbes Dutzend Priester - 5 Herren und 1 Dame - die sich die Dämonenbekämpfung und Teufelsaustreibung auf die Fahnen geschrieben haben - allerdings nach ihren ganz eigenen Regeln. Und die besagen, daß sie selbst fortgesetzt sündigen müssen, um das Böse anzuziehen, mit dem sie dann per Suizid gemeinsam zur Hölle fahren und somit dessen Treiben auf Erden verhindern können. Das fortgesetzte Sündigen, bevorzugt natürlich die 7 Todsünden, wird dann auch in einem dicken Buch inklusive Beweisfotos penibel vermerkt.
In letzter Zeit gab es allerdings wenig zu tun, und so hängen die Saints dann mit reichlich Bier auch meist nur vor der Glotze ab. Ein bißchen saufen, fluchen, ungesundes Zeug in sich reinstopfen und Wasserpfeife rauchen untergräbt auf Dauer allerdings die selbstauferlegte Disziplin, wie Angus (Clancy Brown), der Senior der Truppe, bald feststellt. Da trifft es sich gut, daß gerade ein Anruf reinkommt, der von einem seit über 20 Jahren im Keller gefangenen Dämon spricht: sogleich machen sich die Saints auf den Weg. Doch diesmal liegt der Fall komplizierter, als sie es erwarten durften, denn aus dem angeketteten Mann im Keller spricht der alte nordische Dämon Surtr, der gleich die ganze Menschheit auslöschen will und damit gleich mal in Brooklyn anfängt, nachdem unvorsichtigerweise sein Halsband gelockert wurde.
Ärger droht den schrägen Exorzisten dabei auch von anderer Seite, denn die offizielle Kirche hat einen Mitarbeiter geschickt, der in der kleinen Kirche nach dem Rechten sehen soll, und jener Clint (Stephen Gevedon) ist geradezu schockiert von den Zuständen, die er dort vorfindet...
Aufbauend auf der abgefahrenen Idee bewußt unchristlich agierender Gottesmänner entwirft Regisseur und Drehbuchautor J.T. Petty mit seiner Komödie Hellbenders - Zum Teufel mit der Hölle eine illustre Truppe, die jedes erdenkliche Klischee verlotterter Geistlicher bedient und mit reichlich Flüchen, Zoten und ungebührlichem Verhalten zumindest anfänglich für Aufmerksamkeit sorgt. Doch die Gags der wie in einer typischen US-Sitcom herumblödelnden Saints-Mitglieder vermögen den auf gutem Amateurniveau abgedrehten Streifen nicht lange zu tragen, zumal die wenigen Horrormomente vergleichsweise ordentlich ausgefallen sind und in ihrer ernsthaften Darbietung so gar nicht zu den sich auch selbst verarschenden Exorzisten passen wollen.
So schleppt sich Hellbenders dann spätestens ab dem Mittelteil eher träge dahin, denn die sich wiederholenden dummen Sprüche zünden spätestens dann nicht mehr (sofern ihnen dies zuvor gelungen sein sollte). Der rote Faden ist auch schon längst verloren, als es dann im Finale - die das Höllenfeuer symbolisierenden brennenden Lagerfeuer wirken äußerst billig - zu einem Endkampf der Saints mit Sutr kommt - gähn!
Was die Effekte betrifft, so ist so ziemlich alles am Computer entstanden, angefangen von abgebissenen Fingern oder Nasen bis hin zu Fliegenschwärmen, die von Mund zu Mund übertragen das Böse verbreiten: nicht schlecht, aber doch deutlich als nachträglich ins Bild montiert zu erkennen.
Fazit: trotz der nur 85 Minuten Laufzeit wird das Zuschauen bald zur Geduldsfrage, denn mehr als die sich bewußt daneben benehmenden Teilzeit-Exorzisten zu Beginn hat Hellbenders, der auch storytechnisch völlig enttäuscht, nicht zu bieten und geht damit im Meer höchstens durchschnittlicher Horrorproduktionen fast schon unter. 3 Punkte.