Review

Machen wir es kurz: „Arachnoquake“ nicht mehr, sondern eher weniger ein hastig hervor gerülpster Schnellschuss des „Genre“-Senders „SyFy“, der erfolgreich auf den Zug mit den billigen Monsterfilmen aufgesprungen ist und nun wie „The Asylum“ miese Produkte mit noch schauderhafteren Tricks aus purer Berechnung als „Kult“ vertickt und dabei sogar noch ein geschmacksneutrales Publikum abfegt.

Mit 17 Tagen Drehzeit hat auch dieser Film die Welt nicht besonders bewegt, in Erinnerung geblieben maximal durch die 3,625 Kurzauftritte von Ex-Terminator-Kinderstar Edward Furlong, der sich ja geschickt zwischen Leberzirrhose, Drogentod und Gefängnis bewegt und dessen bleiches, aufgedunsenes Entzugsgesicht hier tatsächlich etwas nach Gollum kurz vor der Verwandlung ausschaut.
Mit der eigentlichen Handlung hat Furlong übrigens fast nichts zu tun, er sitzt mit einer Horde hübscher Schülerinnen auf offener Landstraße in einem Ferienbus und muss sich von den Vulkanspinnen einweben lassen (also, den Bus…), ist so aber von Alkohol weit genug entfernt und versicherungstechnisch abgesichert.

Der Rest vom Plot dreht sich um ein Familienunternehmen nahe der Sümpfe von New Orleans bzw. dem Innenstadtzentrum (beides scheint jedenfalls binnen Minuten zu erreichen zu sein), das von den aus einem Vulkankrater krabbelnden Albinospinnen überrannt wird und diverse Konflikte zu glätten und ihre Tageskunden zu retten hat. Einen Gummipunkt dabei noch für Daddy Roy (der in der DF ständig Pops genannt wird), hinter dessen Knautschgesicht Ethan Phillips steckt, der 170 Folgen lang den Alien „Neelix“ in „Star Trek Voyager“ gegeben hatte – und einen weiteren für den Hauptdarsteller, der tatsächlich von einem jungen Mann namens „Bug Hall“ gespielt wird, das ist quasi ein Castings-In-Joke.

Natürlich gibt es viel Chaos, dauernde Ortswechsel, depperte Vorgehensweisen und wundersame Rettungen aus dem unterirdischen Spinnenbau, trotzdem wird daraus noch kein spannender Film, sondern eher ein Flickenteppich aus bekannten Monsterfilmsituationen. Die Spinnen selbst sind gerade noch tolerabel animiert, kommen in Interaktion mit den Darstellern aber kaum vor.
Besonders schlimm ist nur die finale Riesenspinnenmama, die sich – gruselig glatt und grob zugleich animiert – zwischen zwei Wolkenkratzern ein Netz spinnt.
Aber wir können uns sicher sein: was ein richtiger Scheißfilm ist, der beinhaltet auch eine Sequenz, in der sich der Held im Taueranzug von Mama Spinne verspeisen lässt, ihren Verdauungstrakt durchquert, dabei ihre Gasblase mitnimmt (erwähnte ich schon, dass die Kackviecher notfalls auch Feuer speien können?) und sich hinten wieder ausscheiden lässt, um so dann den mitgebrachten Brandsatz von hinten zu zünden? Um dann auch noch den Sturz aus großer Höhe ohne Delle – und ohne Erklärung – zu überleben?

Immerhin: ich vergebe einen Trostpunkt extra dafür, dass man nicht versucht hat, es extra trashig-witzig aufzubereiten; dennoch ist ansonsten alles ziemlich schlimm: das Casting, die Darsteller, die Dialoge, die Synchro, die Tricks und das, was man sonst Plot nennen würde.
Lohnt nicht mal den Schnellimbiss wirklich! (2/10)

Details
Ähnliche Filme