Die globale Finanzkrise war mit Sicherheit schon häufiger Auslöser für familiäre Tragödien und genau hier wäre der richtige Ansatz für Autor, Produzent und Regisseur Ryan Lee Driscoll gewesen, um eine schwarzhumorige Horrorkomödie zu konzipieren. Doch leider stellt sich diesbezüglich bereits nach wenigen Minuten Ernüchterung ein.
Familienvater Kurt (Jonathan Hansler)verliert seinen Job und verschweigt diese Tatsache seiner Frau Steph und den fast erwachsenen Kindern Megan und Jay. Stattdessen fahren sie am nächsten Tag gemeinsam ins Grüne, wo Kurt bereits alle notwendigen Maßnahmen für eine bittere Abrechnung getroffen hat…
Was mit einem angedeuteten Tobsuchtsanfall im Parkhaus beginnt und über scharfe Worte beim Frühstück fortgesetzt wird, ist leider nicht der erhoffte Beginn eines Horrorstreifens mit sozialkritischen Untertönen. Denn diese Bemühungen verpuffen bereits nach wenigen Szenen, als Kurt im abgelegenen Ferienhaus nach und nach seine wahren Absichten offenbart und man erfährt, dass er seinen ehemaligen Boss Zack bereits im Keller geknebelt und gefesselt hat.
Mögen anfangs ein paar zynische Momente punkten und die fiesen Geschenke an Frau und Kinder ein leicht bitteres Lächeln ins Gesicht des Betrachters zaubern, verkommt der Plot danach mehr und mehr zum 08/15- Slasher ohne jegliche Kreativität.
Die potentiellen Opfer des mit einer Axt bewaffneten Familienvaters verhalten sich dabei fast durchweg irrational, geben dämliche Äußerungen von sich und lassen jede Chance zur Gegenwehr ungenutzt.
Leider ist der Kreis der möglichen Opfer an einer Hand abzählbar, entsprechend gering ist das Blutvergießen, denn etwaige Gewaltmomente werden lediglich angedeutet oder so dilettantisch und unvorteilhaft inszeniert, dass die eigentliche Aktion der Fantasie des Zuschauers überlassen wird.
Hinzu kommen die durchweg schwachen Mimen, wobei Jonathan Hansler als unberechenbarer Familienvater meistens drüber performt, damit jedoch überzeugender agiert als die übrigen gelangweilt wirkenden Darsteller.
Auch in Sachen Ausstattung und Wahl der Schauplätze vermag das Debüt des Briten nicht zu überzeugen, denn es bleibt beim austauschbaren Wald im Halbdunkel und den wenig markanten Räumen des kleinen Ferienhauses.
Ist am Ende doch noch ein wenig Bewegung im Spiel, verkommt die Chose schließlich zu einer Nummer mit Wackelkamera, die den ohnehin nicht guten Eindruck noch schmälert.
„Axed“ wirkt uninspiriert, es mangelt an pfiffigen Ideen, die Figuren sind einem reichlich egal und entsprechend will sich keine Spannung einstellen. Bis auf die wenigen zynischen Ansätze ein Fall für die Tonne.
2,5 von 10