Review

Alltag an Bord eines Linienfluges von Los Angeles nach Tokyo: Während die beiden Stewardessen die Bordverpflegung einräumen, checken die ersten Passagiere ein - keine besonders starke Auslastung, höchstens ein Drittel der Plätze füllt sich. Nachdem der titelgebende Flug 7500 dann in der Luft ist, wird einem Passagier in der Economy Class plötzlich schlecht: Trotz sofort eingeleiteter Erste-Hilfe-Maßnahmen seitens Crew und medizinisch vorgebildeter Passagiere verstirbt der allein reisende Geschäftsmann. Um den Weiterflug zu gewährleisten, wird die Business Class geräumt und die Leiche dorthin verfrachtet. Doch damit fangen die Unannehmlichkeiten erst richtig an - seltsame Phänomene ereignen sich, das Flugzeug gerät in Turbulenzen und Passagiere verschwinden auf unerklärliche Weise...

Regisseur Takashi Shimizu (The Grudge) bleibt seiner Linie treu: Auch an Bord von Vista Pacific 7500 geschehen merkwürdige Dinge, die sich weder Crew noch Passagiere erklären können - behutsam wird eine Aura des Unwohlseins aufgebaut, die nach und nach die einzelnen Akteure (und damit den Zuschauer) befällt. Auch der obligatorische Hinweis auf die japanische Mythologie darf nicht fehlen, hier ist es ein Shinigami, eine Todespuppe, die im Koffer des Geschäftsmannes entdeckt wird und angeblich diejenigen Verstorbenen, die ihr Leben loszulassen bereit sind, wohlbehütet ins Jenseits geleitet. Leider wird diesem Hinweis wie auch den zahlreichen anderen obskuren Begebenheiten während des Fluges nicht weiter nachgegangen, denn das (eher überraschende, wenngleich keineswegs innovative) Ende bietet für das zuvor Gesehene keinerlei Auflösung - bestenfalls eine Erklärung, warum nichts erklärt wird (um nicht allzuviel zu verraten). Das ist schade, denn Flug 7500 hätte sich ein besseres Finale verdient.

Warum der Film dennoch sehenswert ist, liegt an der Auswahl der Darsteller, die (vordergründig) so beliebig sind, daß sie tatsächlich der realen Welt entstammen könnten: Ein Pärchen auf Urlaub, das von einem zweiten begleitet wird, obwohl sich Letztere schon getrennt haben und Ersteren die Stimmung nicht versauen wollen; eine alleinreisende Schönheit, die Schwangerschaftstests auf der Bordtoilette macht; ein ungepflegter Schwabbelbauch, der sich den Mund mit Gratis-Brezeln vollstopft; ein Pärchen in den Flitterwochen, bei dem Er zurückhaltend-normal erscheint, während Sie als Sauberkeits-Freak ihre Umgebung mit Hochzeitsfotobildern terrorisiert; eine volltätowierte Punkerin mit vernünftigen Ansichten; auch an die "Arschloch"-Rolle wurde gedacht (hier ist es ein junger Taschendieb mit einer Ladung geklauter Handys) und schließlich die beiden Stewardessen, von denen die hübsche Blonde ein (hoffnungsloses) Verhältnis mit dem Flugkapitän hat und ihre asiatische Kollegin an ihrem jetzigen Freund zweifelt. Wie dieses Sammelsurium an "normalen" Leuten mit der immer mysteriöser werdenden Situation umgeht, ist unterhaltsam bis sehenswert inszeniert - nur der Schluß kann nicht befriedigen.

Zu den wenigen Dingen, die als technische Fehler zu bewerten sind, gehören die Plastik-Wasserflaschen, die sich bei Druckabfall zusammenziehen - in Wirklichkeit wäre das Gegenteil der Fall, sie würden sich aufblähen und platzen. Ebenfalls unrealistisch ist die Entscheidung des Flugkapitäns, den 8-Stunden-Flug fortzusetzen, obwohl nach knapp einer Stunde Flugzeit bereits ein Todesfall eingetreten ist - aber dies fällt nicht sonderlich ins Gewicht und tut der Mystery-Stimmung keinen Abbruch.
Wer mit dem Namen des Regisseurs gewisse Erwartungen verknüpft, wird vermutlich enttäuscht sein, denn dieser Flugzeughorror-Streifen kommt spannungstechnisch nicht einmal ansatzweise an The Grudge heran - dennoch bewegt sich Flug 7500 auf solidem (TV-)Niveau, wozu auch die unauffällige Kameraarbeit (mit einigen Close-ups und dankenswerterweise dem Verzicht auf jegliche Schnellschnitte) und der sehr dezente Score beitragen - Abzüge gibt es nur für das unerwartete, mich nicht überzeugende Ende. 6,51 Punkte.

Details
Ähnliche Filme