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Als Victors Hund Sparky von einem Auto überfahren wird, erweckt er diesen mittels Elektrizität wieder zum Leben. Dies ruft einige seiner Klassenkollegen auf den Plan, die sich anschicken, eigene Experimente durchzuführen. Und die Erwachsenen sind von alldem eher weniger begeistert.

Fast drei Dekaden später bläht Tim Burton seinen 1984 gedrehten gleichnamigen Kurzfilm nun also zu einer Langversion auf, verzichtet auf menschliche Darsteller und liefert einen Stop-Motion-Film in schwarz-weiß ab. Die Grundgeschichte bleibt erhalten, wird durch diverse Ergänzungen auf Länge gebracht und besitzt durch ihre Präsentationsart etliche kreative Freiheiten. Das Figurendesign ist gewohnt skurril und gleicht einer Freakshow, trotzdem scheint es vertraut und erinnert an frühere Werke mit Burtons Beteiligung. Frankenweenie ist ist schön schräg geraten, bietet einige Filmzitate und beim Naturwissenschaftslehrer scheint es, als wäre Vincent Price von den Toten auferstanden. Genrekenner dürften an alldem Spaß haben.

Zudem sieht "Frankenweenie" einfach herrlich aus. In schönem schwarz-weiß und einer sauberen Animation ist die Optik trefflich geraten. Die Welt, in der der Film spielt, wirkt ebenso lebendig wie (notwendigerweise) tot. Auch inhaltlich gibt sich das Werk schwarz-weiß. Großartige Szenen, wie Mr. Rzykruskis schonungslose Rede zum Thema Wissenschaft, Sparkys Rückkehr auf den Friedhof oder der Blick des "weird girl" sind ein paar Highlights. Der Film hat einige davon, doch schleicht sich im Mittelteil ab und an auch mal ein kurzer Hänger ein - aber in locker verschmerzbarer Art.
Denn grundsätzlich machen die Erweiterungen Spaß, bieten Anspielungen auf Jahrzehnte der Gruselunterhaltung und der Humor ist stellenweise auch nicht von der kindertauglichen Sorte. Überhaupt geht die 12er-Freigabe aufgrund des Gezeigten vollkommen in Ordnung. Störend fallen selbst in der 2D-Version einige Szenen auf, die rein auf Pop-out-Effekte ausgelegt sind und ansonsten keinerlei Nutzen haben. Auch kann man dem Stil Abnutzungserscheinungen unterstellen. Überraschungen bleiben in diesem Punkt aus; Burton verfeinert sein Design lediglich. Auch will der Abspannsong ("Strange Love" von Karen O) nicht zur Atmosphäre des Films passen.

Burtons "Frankenweenie" ist ein schön nostalgisch gestaltetes Gruselmärchen und bietet die vom Erschaffer gewohnte Mischung aus Humor und Dunkelheit. Trotz kleiner Mängel ein gelungener Spaß.

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