Aus meiner kleinen Unterabteilung über „übernatürliche“ Beiträge zum US-TV der 70er kommt mit „The Strange and Deadly Occurrence“ mal ein Beitrag von NBC, der leider auch schon fast in Vergessenheit geraten ist und nur in einer qualitativ mäßigen Fassung noch im Netz zur Verfügung steht.
Warum diese doch qualitativ eigentlich recht ordentlichen Beiträge nicht mehr geschätzt werden, ist fraglich, aber auch hier schadet die Investition von 75 Minuten Wiederentdeckung keinesfalls, nicht zuletzt weil sich doch immerhin ein paar bankable Stars von Yesterday dabei engagiert haben.
Dabei handelt es sich um Ex-Elliot-Ness Robert Stack und die von ihrer Mitwirkung in einigen Hitchcocks bekannte Vera Miles, die ein Aussteigerpärchen geben, welche von der gefährlichen Großstadt aufs abgelegene Land ziehen, weil man da schöne Bauten, einen Stall und einen Pool haben kann, wo die – schon so gut wie erwachsene – Tochter sicher sein kann vor allen Gefahren.
Sicher ist dort allerdings nichts, wie uns diverse Aufnahmen aus prä-halloweenesker POV-Perspektive beweisen, die uns durch das nächtliche Haus der Familie und die Stallungen führen, beweisen. Die Präsenz fällt auch den Bewohnern auf, allein zu sehen ist leider niemand, weswegen das Publikum durchaus auf den Pfad geführt wird, dass es in der Butze ggf. spuken könnte. Es gibt also reichlich „bumps in the night“ und hier und da sind auch merkwürdige Laute oder Schreie hörbar. Ein reichlich nachdrücklicher Mann möchte darüber hinaus gern Haus und Grundstück kaufen, just als Stack praktisch noch Einzugskisten ins Haus schleppt – und er kommt mehrfach wieder, wobei seine leise und sich unangenehm nähernde Aktivität ziemlich creepy herüber kommen.
Es kommt wie es kommen muss, die Polizei hat keine Handhabe, weil nichts Handfestes vorliegt und auch die Vergangenheit des Vorbesitzers klärt das Mysterium nicht auf – was alle in eine schön gruselige Nacht führt, nach der plötzlich eine Leiche im Pool schwimmt. Und damit kommt das dicke Ende erst noch…
Ich will hier nichts spoilern, was den Spaß verderben könnte, aber das Finale hat dann aus anderen Gründen ordentlich schrägen Druck auf dem Kessel, was man sich doch besser selbst gönnen sollte – aber für die bequeme „movie of the week“-Lauflänge unterhält der Film recht ordentlich, wenn man seine Schlusspointe auch noch spannender hätte einbinden können, doch dafür hätte man den Vorhang schneller lüften müssen.
Regie führte auch hier wieder der immer solide John Llewellyn Moxey, den wir schon von ordentlich anderer Ware wie „Das Geisterhaus“, „Der Hauch des Bösen“ , „The Night Stalker“, dem Pilotfilm von „Ghost Story“ und einigen TV-SF-Beiträgen kennen und auch hier macht er aus wenig gutes TV-Potential, heute zwar etwas bieder wirkend, aber damals ein brauchbarer Schlager für zwischendurch.
Wer sich das etwas körnige TV-Band also heute mal gönnen will und keine Sensationsmaßstäbe anlegt, wird seinen Spaß haben. 6/10 auf der TV-Skala.