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Mit seiner Hommage an die Achtziger wagt sich Regisseur Steven C. Miller erneut in die Gefilde des Horrorfilms, diesmal in einer Mischung aus „Poltergeist“ und „Gate - Die Unterirdischen“. Doch während sich beide Vorbilder aufgrund ihrer charmanten Eigenheiten zu Publikumslieblingen mauserten, fehlen dem Werk die Eigenständigkeit und ein durchdachtes Drehbuch.

Zwei Jahre verbrachte Neal (Johnny Weston) bei seiner Tante, nachdem seine Mutter bei einem Hausbrand starb. Nun will er sich um seinen jüngeren Bruder Paulie kümmern, der steif und fest behauptet, ein Monster lauere unter seinem Bett. Doch Neal hat diese Erfahrungen bereits vor zwei Jahren durchlebt…

Es benötigt nicht lange, um die beiden Brüder als Sympathieduo zu etablieren, womit die Grundlage für ein charmantes Storygerüst gelegt wäre. Leider sind die Randfiguren demgegenüber zu schwach ausgearbeitet, da Dad allenfalls durch seinen Jähzorn auffällt und seine neue Ehefrau Angela durch übertriebene Fürsorge. Noch übler steht es mit den Gleichaltrigen der Helden, denn Neals vermeintliches Love Interest verkommt zu kaum eingebundenem Beiwerk, während die beiden Nachbarskinder allenfalls für zwei, drei müde Lacher gut sind. Das personelle Umfeld ist wahrlich dürftig ausgefallen.

Auch der Spuk benötigt einige Zeit, um Fahrt aufzunehmen. Über wackelnde oder schwebende Einrichtungsgegenstände kommt dieser jedoch kaum hinaus. Hinzu gesellen sich ein paar Nebeleffekte, ein kurzer Trip in eine schlecht gestaltete Zwischenwelt und natürlich das Monster, welches immerhin schön altmodisch handgemacht und so einigermaßen sauber gestaltet ist. Zum Ende wird es zweimal recht blutig, da wundert eine FSK16 durchaus, jedoch im Positiven.

Positiv sind immerhin auch die teils ausgeklügelten Aktionen unserer Brüder, denn man überlegt sich des nächtens Taktiken, bastelt sich kreative Waffen zur Gegenwehr und verängstigt nebenher die zurückgebliebenen Nachbarskinder. Allerdings schleichen sich auch zunehmend Logiklöcher ein, denn eine Überwachungskamera könnte bereits viel früher Licht ins Dunkel bringen, während lauter Krach von den Eltern offenbar nicht wahrgenommen und bis zuletzt nicht klar herausgestellt wird, woher die Kreatur kommt und welche Ziele es verfolgt.

Ansonsten geht die Chose so halbwegs unterhaltsam vonstatten, die Darsteller um den solide und markant aufspielenden Johnny Weston sind konzentriert bei der Sache, der Score liefert grundlegend ordentliches Material ab, was auch für Kamera und Schnitt gilt.

Nur fehlt es handlungstechnisch an überzeugenden Mitteln, da die Spukeffekte zu mager ausfallen, die Ausstattung etwas zu minimal gehalten wird und kreative Ideen in Form von Wendungen oder sonstigen Überraschungen komplett ausbleiben.
Ein netter und größtenteils sympathischer, jedoch nur mäßig spannender und im Gesamtbild durchschnittlicher Zeitvertreib. Eher etwas für Leute, die in den Achtzigern mit ähnlich gelagerten Streifen aufgewachsen sind.
5,5 von 10

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