Eine reine Geschichte über den Serienkiller Bela Kiss wäre im Rahmen einer Studentenarbeit wahrscheinlich zu aufwendig und vor allem zu kostspielig geworden, doch einzig in diesem Bereich vermag der Streifen in Form kleiner Flashbacks zu überzeugen, während vor allem die schwerfällige Erzählweise jegliches Interesse am Geschehen verschwinden lässt.
Zur Zeit des Ersten Weltkrieges ermordete Serienkiller Bela Kiss mindestens 23 Menschen, deren blutleere Körper in Metallfässer lagerten. In der Jetztzeit steigen fünf Bankräuber um Julia in einem einsam gelegenen Hotel ab, bis ein Mord beobachtet wird und der erste der Freunde plötzlich verschwindet...
Die Handlung steigt anno 1916 ein, als Soldaten die Fässer konfiszieren wollen und darin Leichen entdecken. Die Optik lässt beileibe nicht auf ein eigenfinanziertes Projekt schließen, da rein handwerklich sehr sauber vorgegangen wird, die Kamera ein paar gelungene Schwenks einbindet und der stilsichere Score stets die richtigen Töne anschlägt.
Nur wird man mit den Bankräubern zu keiner Zeit warm, da diese komplett flach gezeichnet sind, etwaige Dreiecksgeschichten oberflächlich abgehandelt werden und die Situation im Hotel zwar ein wenig surreal anmutet, doch rund eine Stunde rein gar kein Horror geliefert wird. Vage Andeutungen schüren zwar ein wenig Neugier, was es denn wohl mit Hotelleiterin Jakubec und ihren merkwürdigen Butler auf sich haben mag, aber außer kleinen Streitigkeiten und körperlichen Annäherungen ist rein gar keine Bewegung im Spiel.
Das ändert sich innerhalb der zweiten Hälfte nur geringfügig, als man beinahe zwanghaft zum Torture Porn wechselt und zaghaft einige Gewaltszenen andeutet, welche jedoch nicht über blutige Einschüsse, kleine Messerstiche und einen Kehlenschnitt hinauskommen. Das Gespür für Spannung und überraschende Wendungen fehlt dem Geschehen komplett und auch wenn das Interieur überzeugen mag, so lässt das Schicksal etwaiger Hauptfiguren doch erschreckend kalt.
Das mag einerseits an den überwiegend mittelmäßigen Leistungen der Mimen liegen, jedoch auch am Verlauf der Story, welche es nicht schafft, Vergangenes und Gegenwart zu einer homogenen Einheit zu formen. Darüber hinaus fehlt dem Treiben jeglicher Pep, denn auch wenn der glatzköpfige Killer treffend besetzt ist, kommt mit ihm zu wenig Leben in die Bude, das Timing passt vorne und hinten nicht und auch diverse Konfrontationen schüren allenfalls minimal Suspense.
Auf audio-visueller Ebene bietet der Streifen letztlich eine passable Grundlage und auch die Ausstattung kann sich durchweg sehen lassen, selbst die wenigen blutigen Einlagen gehen komplett in Ordnung. Demgegenüber hapert es an der Erzählung deutlich, da hier zu keiner Zeit der Funke überspringen will, diverse familiäre Zugehörigkeiten irgendwann schon nicht mehr interessieren und selbst der Showdown kaum Spannung erzeugt.
Handwerklich grundsolide, erzählerisch leider zäh und unausgegoren.
3,5 von 10