Für viele Regieneulinge stellt ein Science-Fiction Beitrag, der außerhalb der Erde spielt, ein riesiges Problem dar, weil es meistens am entsprechenden Budget hapert. Wenn jedoch ein Regisseur wie Andrew Bellware bereits 11 Filme gedreht hat und mit „Earthkiller“ einen derartigen Schund veröffentlicht, will man nicht mehr wissen, wie schlecht die anderen zehn sein müssen.
Es gibt keine Exposition, man weiß nicht, zu welcher Zeit die Handlung spielt und was dieser vorangegangen ist. Wir erfahren lediglich, dass Helen ein Android ist und sich an nichts mehr erinnern kann, weshalb sie auch erst einmal eine Viertelstunde nackt durch die Gegend läuft, bis sie sich endlich etwas anzieht. Im Verlauf kristallisiert sich heraus, dass nichts Geringeres als die Vernichtung der Erde auf dem Spiel steht und eine Solarbombe in der havarierten Raumstation gestoppt werden muss, während ein durchgetickter Colonel falsch spielt…
Wir befinden uns also irgendwo in den Weiten des Alls und werden zunächst mit einer Nackten mit Gedächtnisverlust und kurz darauf mit zwei schießwütigen Idioten konfrontiert, bei denen ebenfalls nicht gleich durchschimmert, aus welcher Motivation heraus die handeln und was das für Leute sein sollen. Erst im Verlauf kommen noch einige Figuren aus der Spezialeinheit dazu, die den Auftrag haben, die Spezialwaffe zu zerstören, wobei ihnen Helen natürlich behilflich ist, obgleich das gegenseitige Vertrauen stets angezweifelt wird.
Das klingt ja an sich noch passabel, doch die minimale Kulisse, bestehend aus kargen Gängen und einigen Metallschleusen langweilt auf Dauer genauso wie die nicht ganz so schlechten Außenaufnahmen der Raumstation, auch wenn diese zuweilen ihre Form zu verändern scheint. Die Darsteller performen durch die Bank hölzern oder neigen zum gnadenlosen Overacting, die wenigen Dialoge unterschreiten teilweise das Niveau einer Vorschulklasse und die technische Umsetzung ist von A bis Z eine Katastrophe.
Zwar sieht man die angreifenden Nano-Roboter immer nur den Bruchteil einer Sekunde, doch viel besser als die Pixelmonster aus dem C64 sehen die Teile nicht aus. Hinzu kommt der völlige Verzicht auf Blutszenen, denn immer wenn Gewalt angewandt wird, spritzt klobiges CGI-Blut direkt auf die Linse, was einer Verarschung des Betrachters gleichkommt.
Doch damit nicht genug, denn die lückenbehaftete Erzählung schafft es zu fast keiner Zeit Suspense zu schüren, selbst der Showdown bringt nur minimale Bewegung ins Spiel, während danach noch eine unnötige Einlage folgt, bis nach lang erscheinenden 76 Minuten endlich die Credits einsetzen.
Was könnte man noch lobpreisen, - die erste Viertelstunde Nacktheit? I´m so sorry, aber so wohl proportioniert ist die nicht mehr allzu taufrische Dame nicht und selbst der uninspirierte Score dudelt emotionslos und austauschbar im Hintergrund vor sich hin. Okay, Kamera und Schnitt funktionieren so halbwegs, aber das rettet bekanntlich kein mieses Drehbuch und eine indiskutable Umsetzung.
Folgerichtig können selbst eingefleischte Trash-Fans mit so einer Gurke nicht glücklich werden, denn der Stoff nimmt sich ohne Wimpernzucken sehr ernst und meint, mit unmotiviertem Herumgeballer und sich bis zum Erbrechen wiederholender Borddurchsagen Freunde zu machen.
Billige Ausstattung, eindimensionale Handlung, schwache Mimen und Effekte unterhalb der Lende, - Regisseur Bellware sollte Frührente beantragen…
Knapp
2 von 10