Los Angeles, späte 1940er Jahre. Der berüchtigte Gangsterboss Mickey Cohen (gespielt von Sean Penn) herrscht mit eiserner Faust über die Stadt. Korruption durchzieht die Polizei, Richter lassen sich kaufen, und Cohens Einfluss reicht bis in die höchsten Ebenen. Doch eine Handvoll aufrechter Polizisten – darunter Josh Brolin als harter Anführer des Untergrundteams und Ryan Gosling als cooler Charmeur mit dunkler Vergangenheit – haben genug von dem Treiben. Heimlich stellen sie eine schlagkräftige Truppe auf, die ohne Rücksicht auf Regeln und Bürokratie unter dem Radar gegen Cohens Imperium vorgeht.
Was folgt, ist eine Mischung aus verdeckter Ermittlung, dreckigem Straßenkrieg und Old-School-Action, bei der es ordentlich zur Sache geht – stylisch, brutal und im besten Sinne nostalgisch.
---
Meine Meinung
Gangster Squad ist so ein Film, bei dem man sich wirklich wundert, warum er nicht mehr Aufmerksamkeit bekommen hat. Die Besetzung ist richtig hochkarätig: Sean Penn, Ryan Gosling, Josh Brolin, Emma Stone, Giovanni Ribisi, Anthony Mackie – da ist wirklich einiges an schauspielerischem Gewicht am Start. Und alle liefern sauber ab, selbst wenn die Rollen größtenteils archetypisch bleiben.
Der Film setzt klar auf Atmosphäre: Düsteres L.A.-Setting, elegante 40er-Jahre-Outfits, verrauchte Bars, Nachtclubs, Gangster-Schlitten mit viel Chrom – optisch ist das richtig stark umgesetzt. Auch die Action-Szenen sind auf den Punkt: knallhart, kompromisslos und nicht übertrieben CGI-lastig, was gerade Fans von klassischer Action mit handgemachtem Feeling gefallen dürfte.
Was mich überrascht hat, ist, wie wenig Wind um den Film gemacht wurde, obwohl er eigentlich alles mitbringt, was ein erfolgreicher Crime-Thriller braucht: Spannung, Härte, Charisma, Tempo. Ob das jetzt an Produktionsentscheidungen lag oder daran, dass das Thema „Oldschool-Gangsterkrieg“ zu dem Zeitpunkt nicht mehr „en vogue“ war – schwer zu sagen. Jedenfalls ist Gangster Squad viel mehr als irgendein Streaming-Füller.
Klar: Die Story ist nicht bahnbrechend neu – korrupter Gangsterboss, geheim operierende Task-Force – kennt man irgendwoher. Aber sie ist gut erzählt, schnörkellos, stylisch und macht einfach Spaß. Wenn man sich auf das Format einlässt, bekommt man einen modernen Noir-Action-Thriller, der sein Genre absolut ernst nimmt.
Und: Der Film nimmt sich selbst nicht zu ernst, was bei dem ganzen Pathos um Ehre, Pflicht und Gerechtigkeit auch bitter nötig ist. Es wird geballert, gesprüht, auf die Fresse gehauen – aber ohne platte One-Liner-Überdosis oder den Versuch, pseudophilosophisch zu werden. Das tut dem Film richtig gut.
---
Fazit
Gangster Squad ist ein stilvoller, kerniger Crime-Thriller, der mit großer Besetzung, harter Action und starker Atmosphäre punktet – und das alles, ohne zu prätentiös zu wirken. Kein Meilenstein des Genres, aber ein sehr unterhaltsamer, überraschend starker Film, der mehr Aufmerksamkeit verdient hätte.
Keine Revolution, aber ein echtes Highlight für Fans von Gangsterfilmen mit klassischem Flair, toughen Typen und ordentlich Dampf auf dem Kessel.