Es gibt kaum einen bekannten Serienkiller, über den nicht mindestens ein Film gedreht wurde, bis irgendwann die fiktive Figur des Hannibal Lector ins Spiel kam, welcher bis dato das Maß aller Dinge in Sachen Intelligenz und Perfidie repräsentiert. Regisseur Julian Richards wandelt ebenfalls auf den Spuren von „Das Schweigen der Lämmer“, eckt jedoch mit einigen hanebüchenen Gegebenheiten an.
Franklin (John Jarratt) ist ein Serienkiller, der sich auf das Vergewaltigen und Enthaupten von Frauen spezialisiert hat. Sein auserkorenes Opfer, Sekretärin Wendy (Danielle Harris) gelingt allerdings die Flucht. Doch der „Greif“, wie sich Franklin selbst nennt, lässt sich von kleinen Rückschlägen nicht beirren…
Eigentlich müsste der Streifen „Head Collector“ heißen, denn Haut zählt nicht speziell zur Trophäensammlung des Schlächters. Binnen weniger Minuten wird der ältere Herr als skrupelloser Killer geoutet, als er einer Kellnerin auflauert, welche ihn einige Zeit zuvor hinsichtlich einer möglichen Verabredung enttäuschte. Als Beweggrund des Killers wird etwas später eine Rückblende bemüht, in der ein Kind von Gleichaltrigen gehänselt und drangsaliert wird, - soviel zum Profil eines Irren.
Das Zusammenspiel zwischen Franklin und seinem bevorzugten Opfer Wendy lässt immerhin ab und an Spannung aufkommen, obgleich ein paar irrationale Verhaltensweisen auf beiden Seiten auszumachen sind, - ansonsten würden sich die Kontrahenten wohl kaum drei Mal an drei verschiedenen Orten begegnen. Richtig ärgerlich fällt jedoch die Arbeit des Polizeiapparates aus, denn da scheint es kaum Spurensicherung oder Forensiker zu geben, Befragungen sind auch nicht wichtig und Kontrollen erst recht nicht, denn nur so ist erklärbar, wie jemand beim Gefangenentransport an eine geladene Waffe gelangen oder sich als falscher Polizist ausgeben kann.
Immerhin steigert sich zum Finale der Bodycount und obgleich CGI-Einschüsse nicht sonderlich überzeugen können, gibt es anderweitig ein Messer im Auge und einen recht drastisch inszenierten Todeskampf mit Drahtschlinge um den Hals.
Auf darstellerischer Ebene ist John Jarrat als Killer nicht schlecht, zumal er in zwei Teilen „Wolf Creek“ bereits Erfahrungen sammeln konnte, allerdings fehlt seiner Figur eine gewisse Unberechenbarkeit, um wirklich böse zu erscheinen. Harris kommt als vermeintliches Opfer etwas unscheinbar daher, sie performt jedoch besser als Casper van Dien als Cop, dem die Lustlosigkeit in nahezu jeder Szene ins Gesicht geschrieben steht. Da vermag das kurze Gastspiel von Brad Harris schon eher zu überzeugen.
Was nach 91 Minuten Laufzeit bleibt, ist ein recht beliebig anmutender und kaum clever gestrickter Genrebeitrag, dem es an Kreativität und Atmosphäre mangelt.
Einige unlogische Begebenheiten und Handlungen trüben zudem die Glaubwürdigkeit des nur selten spannenden Geschehens. Insofern eher unterdurchschnittliche Massenware.
4 von 10