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Wenn man an das Jahr 1996 zurückdenkt, als „Resident Evil“ für die Konsole erschien und die im Nachhinein betrachtet doch recht klobige Graphik mit der heutigen Technik vergleicht, ist die Differenz fast schon erschreckend. Der zweite animierte Film von Capcon verdeutlicht eindringlich, was die Realverfilmungen hätten liefern können.

Spezialagent Leon wird nach Ost-Slawien geschickt, um den geheimen Einsatz von B.O.A. (Bioorganischer Waffen) abzuchecken, als er zwischen die Fronten des Militärs und der Freiheitskämpfer gerät…

Es dauert gerade einmal acht Minuten, bis man durch einen Kampf gegen ein Monster (Licker) an Teil Zwei der Spielreihe erinnert wird. Die Bewegungsabläufe des rötlich gezeichneten Viehs erinnern im Detail daran, als man im verlassenen Polizeirevier durch die Gänge schlich und erstmals auf eine Mutation ballern musste (mal abgesehen von den Zombies davor). Hat man nach Teil Drei allerdings keine weitere Fortsetzung angerührt, dürften einem die weiteren Randfiguren eher befremdlich erscheinen.

Held Leon bietet hingegen die typische Klischeesammlung eines Superagenten: Stets clever, überaus agil, hart im Nehmen und oftmals mit einem zynischen Spruch auf den Lippen ausgestattet, kämpft er sich durch Horden von Kreaturen, bis er final mit seinem Sidekick Ivan gegen gleich mehrere Tyrants ankämpfen muss. Dazwischen gibt es ein Wiedersehen mit Agentin Ada Wong, eine undurchschaubare Präsidentin, ein paar herrlich ekelige Verwandlungen und sogar ein wenig Splatter.

Die Computeranimation lässt wenig zu wünschen übrig, einzig Hände und manche Mimik erinnern überhaupt daran, es nicht mit einem realen Film zu tun zu haben, da die Umgebungen, Bewegungen und Actionmomente durch die Bank zu überzeugen wissen. Ob ein Tanklaster explodiert, ein Tyrant eine Betonsäule umreißt, ein Jet über der Stadt kreist oder eine endlos lange Leiter besteigt wird, - an Details wird nicht gespart. Besonders die unterhaltsamen Zweikämpfe mit einigen Zeitlupen machen Freude, zumal ein ums andere Mal ein leichtes Augenzwinkern auszumachen ist.

Einziges Manko ist die etwas zu simpel gehaltene Story, welche völlig überraschungsfrei daherkommt. Im Herzen gute Freiheitskämpfer wappnen sich gegen eine Übermacht, Leon agiert stets auf der richtigen Seite und dazwischen tummeln sich Mutationen, dubiose Damen und dennoch durchschaubare Ziele aller Parteien.
Dabei vermag die Action das Tempo zum Finale noch einmal deutlich steigern, als Tyrant nahezu spürbar die halbe Stadt zerlegt und nur noch ein Wunder aus der Misere helfen kann.

Bei diesem Streifen steht die Action eindeutig im Vordergrund, tief gehende Figurenzeichnungen, sonderliche Emotionsmomente oder eine Story mit doppeltem Boden sollte man entsprechend nicht erwarten. Die überragende Animation kaschiert so einige Mankos der etwas eindimensionalen Geschichte, denn am Ende bietet „Damnation“ nichts weiter als einen reinen Unterhaltungsfilm, der mehr oder minder für Fans der Spielreihe konzipiert ist und somit eine deutliche Empfehlung für selbige darstellt.
7,5 von 10

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