Ein unerwarteter kleiner neuer Stern am Tierhorror-Trash Himmel ist aufgegangen. DRAGON WASPS hat alles, was für einen unterhaltsamen Monstertrash Abend unter hartgesottenen Genrekennern benötigt wird. Unerschrockene Soldaten, die nicht zu viel nachdenken bevor sie unnachgiebig handeln, zeigefreudige Wissenschaftlerinnen mit den typischen Namen Gina und Rhonda, die direkt nach einer Stripteaselaufbahn mit 22 eine Wissenschaftskarriere als Entomologen (Insektenforscher) hingelegt haben und natürlich die sympathischen Hauptdarsteller von DRAGON WASPS, monströse Killerwespen, die Feuer spucken können (!) oder ihren fiesen Stachel allzu vorwitzig in Menschen versenken oder gleich mit ihnen davonfliegen.
Dazu kommen noch schöne atmosphärische Bilder des Dschungels und jede Menge B-Movieaction, die mit Spannung und abwechslungsreichen Kills, die für eine FSK 16 angemessen sind, nicht zurückhalten. Zur Abrundung gibt sogar noch eine fiese Guerillatruppe, die ihre Drogenanbau Aktivitäten bis an die Zähne bewaffnet verteidigt. Natürlich ist an diesem Debakel ein profitgeiles Unternehmen mit seinen moralbefreiten Wissenschaftlern schuld, dass mit Genmanipulation große Kasse machen will. Dieses schundartige Sammelsurium wird natürlich schön sinnfrei, mit lächerlichen Dialogen und mit viel unnachvollziehbarer Handlung dargeboten und die Unlogik rockt den Bildschirm bis an den angenehmen Rand des Erträglichen.
Schon nach weniger als 4 Minuten schnappt sich das erste Killerinsekt einen Darsteller und trägt ihn an einen unbekannten Ort. Und natürlich ist die CGI Umsetzung der Tierchen nicht auf Spielberg-, Emmerich- oder del Toro-Niveau, wer dies erwartet hatte ist hier leider fehl am Platz. Gerade in den Massenszenen mit den fliegenden Ungetümen merkt man deutlich die Budgetgrenzen von DRAGON WASPS und die technische Umsetzung der Spezialeffekte verweist ganz deutlich und weit in das letzte Jahrhundert und charmanter Kleincomputer die Du und ich zuhause noch im Keller haben. Aber dennoch ist die Umsetzung angemessen für Trashfreunde und die Macher von DRAGON WASPS haben viel Herz für den Monsterfilm, was man an der Umsetzung deutlich merkt.
Und so agieren auch die Forscherinnen, die oft mehr auf den Sitz ihrer Hot Pants und der knappen Tops versessen sind als auf die neuesten entomologischen Erkenntnisse, mehr schlecht als authentisch. Bester Satz der Schönheiten in der seichten Panik zwischen Drogenfunden und den bösen Insekten: "Wenn wir schon sterben, dann sterben wir wenigstens glücklich!". Ich will den eingefleischten Trashfan sehen, den es bei solchen Sätzen nicht das Herz wärmt. Selbstverständlich gibt es auch in den nur rund 80 Minuten Laufzeit einigen Lehrlauf, aber langweilig wird es nie. Oft summt es auch bald schon wieder bedrohlich vom Himmel und es herrscht ein herrliches Durcheinander der sich bekriegenden Parteien und immer ist am Ende das ultimative Szenario "Wespen gegen alle".
Der ein oder andere Ekeleffekt ist auch dabei und der Trailer gibt einen guten Querschnitt über das zu Erwartende, auch wenn das Tempo im Film natürlich nicht so hoch ist wie dort. Die Kameraführung und insgesamt die technische Umsetzung in Bezug auf Bild, Bildausschnitte, Ton und Soundtrack sind jederzeit angemessen. Über all diesem liegen die wirklich gut ausgewählten Bilder des Dschungels, alles in sattes Grün getaucht, furchterregende Höhlen und phantastische Hängebrücken. In den letzen 20 Minuten gibt es auch einen actionreichen Showdown rund um diese Höhlen und zusammenfassend funktioniert DRAGON WASPS wie die besseren Beiträge des Trashlabels und der Mockbuster-Schmiede THE ASYLUM und Kenner wissen somit was sie erwartet und was sie nicht erwarten dürfen.
6/10 Wespenstacheln….äh,….Punkten (unter Trash-Gesichtspunkten)