Was assoziiert man im Allgemeinen mit Gefängnisfilmen? Schwere Jungs mit brutalen Gesichtszügen, fiese Wärter, mindestens einen älteren erhabenen Insassen, Mauscheleien beim Hofgang, Raufereien in der Kantine, vielleicht einen Ausbruch oder der Versuch einer Revolte. Doch all dies klammert Autor und Regisseur mit seinem zweiten Spielfilm komplett aus, indem er die Szenerie auf ein Minimum beschränkt.
Der Massenmörder Barry Lloyd (Adam Johnson) wird per Giftspritze hingerichtet, doch fünf Stunden zuvor wird Neuankömmling Miles (Luke Goss) in dessen Zelle verfrachtet. In derselben Nacht hören er und sein Zellennachbar Anthony (Paul Rae) merkwürdige Geräusche, die Wärter scheinen sich auffällig zu verhalten, während aus diversen Ecken Hilferufe schallen. Es bleibt den Jungs nicht viel Zeit ihre Zellen zu verlassen, bevor das Böse auch bis zu ihnen vordringt...
Das Sujet ist äußerst überschaubar gehalten, doch ganz so minimalistisch hätte es bei aller Bescheidenheit nun wirklich nicht ausfallen müssen: Zwei Zellen, zwei Insassen in halbdunkler Umgebung und dazu ein paar billig hergestellte Geräusche.
Lediglich das Intro mit einer kurzen Fernsehdokumentation und der anschließenden Hinrichtung lässt anfangs auf ein buntes Treiben hoffen, doch nachdem man bereits weit über die Hälfte bei den nächtlichen Zellen verweilen muss, schwindet die Hoffnung auf Ereignisreichtum im Minutentakt.
Bei alledem fallen die Charakterzeichnungen der Hauptfiguren äußerst dürftig aus, die dazugehörigen Dialoge bewegen sich auf dem Niveau eines geistig Minderbemittelten, so dass sich die Synchro dachte: Okay, wir setzen noch einen drauf, indem wir Nebenfiguren wie Erscheinungen der Muppet Show betonen, was natürlich ins Lächerliche abdriftet, den kaum erwähnenswerten Part des Horrors jedoch kaum beeinträchtigt.
Denn dieser besteht aus einigen elektronisch verzerrten Stimmen, kaum wahrnehmbaren Huschen und der Andeutung einer dämonischen Präsenz, welche allerdings eher der Vorstellungskraft des Betrachters überlassen ist. Und da man auf Dauer eine Bedrohung für die beiden Herren auch sichtbar einbinden müsste, gerät die Chose zusehends unglaubwürdiger, die mimosenhafte Reaktion von Miles beinahe wie eine Parodie und selbstverständlich will sich in so einer Situation keine Spannung einstellen, denn wo nichts passiert und keine beklemmende Atmosphäre geschürt wird, gedeiht schließlich auch nichts.
So wundert man sich final schon fast über angedeutete Messerstiche, einen dämonisch anmutenden Gesichtsausdruck und ein paar Szenen in Gefängnisgängen, was im Endeffekt und vor allem aufgrund ausbleibender Pointe nichts mehr ausrichten kann.
Ein paar Soundeffekte gehen noch in Ordnung, Teile der Performances von Goss und Rae auch, doch im Endeffekt ist der Streifen reine Zeitverschwendung, indem er eine globale dämonische Macht andeutet, diese allerdings zu keiner Zeit zum Zuge kommen lässt.
Minimalistisch mag ja zuweilen angemessen sein, doch in diesem Fall tendiert man inhaltlich gen Null, - deadly dullness.
2 von 10