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Während der Filmfestspiele von Cannes führt die Meister-Diebin Laure Ash einen Raub durch, bei dem sie wertvolle Diamanten direkt vom Körper der Trägerin wegstibitzt... und im Anschluss daran versucht sie ihre Komplizen zu linken und sich alleine mit der Beute aus dem Staub zu machen. Dummerweise kommen ihr die Gangster auf die Schliche und nach einem Gerangel stürzt Laure mehrere Stockwerke eines Hotels in die Tiefe, was sie jedoch überlebt. Nachdem sie wieder zu sich kommt, findet sie sich in der Obhut eines älteren französischen Ehepaares wieder, das sie für seine Tochter Lily hält. Besagte Lily begeht kurz darauf Selbstmord, was es Laure erlaubt, unter neuer Identität in die USA zu reisen und den amerikanischen Botschafter Watts zu heiraten. Sieben Jahre später erhält der Paparazzo Nicolas Bardo den Auftrag, ein Foto von der medienscheuen Diplomaten-Gattin zu schießen und bringt so ihre ehemaligen Komplizen wieder auf die Spur von Laure/Lily, die immer noch hinter den Diamanten her sind... Nach dem heftigen Schiffbruch, den er mit seinem Sci-Fi-Spektakel "Mission to Mars" an den Kinokassen erlitten hat, musste Brian De Palma wohl notgedrungen kleinere Brötchen backen und hat sich dazu mit dem französisch co-produzierten "Femme Fatale" wieder auf für ihn vermeintlich sicheres Thriller-Terrain begeben... und das Ganze dann sogar auch so sexy aufgemotzt wie damals noch "Dressed to Kill" und "Der Tod kommt zweimal", die für US-Verhältnisse ja schon recht gewagt dahergekommen sind. Die Chose beginnt dann auch direkt mal ziemlich hot und leider auch ziemlich blöd mit 'ner Lesben-Nummer auf dem Luxus-Klo eines Kinos während des Raubzugs... eine Sequenz, die nicht annähernd so beeindruckend und effektiv geraten ist, wie der Einstieg von Tom Cruise ins FBI-Hauptquartier in "Mission: Impossible", denn bei einigen Details des Plans möchte man sich hier doch wirklich eher mit der flachen Hand an die Stirn langen. Danach wird's leider auch nicht besser: Wo der Mars-Murks zuvor wenigstens noch eine nachvollziehbare Handlung hatte, tut man sich hier nämlich echt schwer damit, durch den knödeligen Plot durchzusteigen und dem Ganzen von Szene zu Szene zu folgen, denn eine sinnvolle Erzählung will sich da irgendwie nicht ergeben. Ernsthaft, ich habe bestimmt 'ne Dreiviertelstunde lang versucht, irgendwie in die Geschichte reinzukommen und mir die Zusammenhänge zu erschließen und mich dabei gefühlt, als hätte ich 'nen Schlaganfall, bis ich schließlich aufgegeben habe und mich nur noch von den Bildern habe berieseln lassen, die dann noch nicht mal wirklich hübsch geraten sind. Geprägt ist das alles dann auch weniger von echter Spannung, sondern lediglich von vielen inszenatorischen Selbstzitaten und leider noch von viel mehr schierem Schwachsinn. Nun ja, wenn der Inhalt nichts taugt, muss es halt die Verpackung richten, nicht wahr? De Palma bemüht sich da immerhin noch redlich mittels Split-Diopter-Shots und bewährtem Zeitlupen-Einsatz sein eigenes Drehbuch ein wenig aufzuhübschen und seine Fans zu bedienen, aber irgendwie ist das auch nur vergebene Liebesmüh. Die Darsteller machen derweil einen ebenso verwirrten Eindruck wie der Zuschauer... wobei Rebecca Romijn-Stamos sicherlich nicht gecastet wurde, weil sie so 'ne tolle Schauspielerin ist, sondern sicherlich nur, weil sie in Unterwäsche umwerfend aussieht (und ohne sie gäbe es hier wirklich gar nichts, was sehenswert wäre). Ein kurz vor Schluss eiskalt eingebrachter, völlig abgetakelter Twist, weckt da noch die Vermutung, dass die Angelegenheit eventuell als Parodie beabsichtigt gewesen sein könnte, lässt das Ganze aber doch nur als ganz schlechten Witz dastehen, über den man irgendwie gar nicht lachen kann. Kurzum, "Femme Fatale" ist - trotz eines 4 Sterne-Reviews von Kritiker-Papst Roger Ebert (das dieser ganz offensichtlich mit abgesenktem Hirnwasser-Pegel und 'nem heftigen Fall von Samenstau geschrieben haben muss!) - nach "Spiel auf Zeit" und "Mission to Mars" Brian De Palmas dritter nicht überzeugender Film in Folge und damit der Beleg dafür, dass einer der ehemals wichtigsten und virtuosesten Genre-Regisseure leider endgültig sein Mojo verloren hat.

2/10

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