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Sex Steals

Mit „Femme Fatale“ war Brian De Palma endgültig im neuen Jahrtausend angekommen und kreuzt sämtliche, ihn auszeichnende Strähle - (Neo) Film Noir, Heistmovie, Erotiksause, Starvehikel, Psychothriller, Krimigroteske, augenzwinkerndes Zitatefeuerwerk… Wenn ein spektakulärer Juwelenraub auf den und während der Filmfestspiele in Cannes komplett schief läuft und in Scherben, Blut und Verrat endet…

Diamonds Are DePalmas Best Friends!

„Femme Fatale“ ist ein sehr kinetischer und wortkarger, cleverer Film. Keiner für die ätzenden heutigen Sehgewohnheiten zwischen Handy und Bügeln. DePalma zitiert, DePalma brilliert, DePalma filetiert. Mit manch einem Twist habe ich gar nicht gerechnet, manch einer ist sicher auch etwas weit hergeholt. Und trotzdem kommt das Gesamtbild erstaunlich vielschichtig und eindringlich zusammen. Rebecca Romijn liefert schlicht und ergreifend eine der heißesten Performances, die ich je gesehen habe. DePalma spielt exzentrisch mit Bild, Ton, Kamera und Sexualität. Zeitsprüngen und doppelten Böden, Perücken und Gedächtnislücken. Und hinter all dieser attraktiven Oberfläche und Erotik schimmert eine enorme Kenntnis filmischer und noirischer Muster, wie sie fast nur DePalma kann und kennt. Ein sinnliches Vexierspiel. Ein Meistermanipulator bei der Arbeit. DePalma ganz in seinem Element. 

Fazit: Sinnlich, sleazy, selbstbewusst… Ich finde „Femme Fatale“ fünfmal heißer als „Oceans Eleven“, zehnmal verspielter als „Mission: Impossible“ und fünfzehnmal bezaubernder als „Now You See Me“. DePalma bringt’s auch im letzten Drittel seiner Karriere noch! 

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