Zu Anfang des Films hatte ich schon befürchtet, dass es sich hier um ein Drama handeln würde. Die ganze Lebenssituation wurde so sehr realistisch dargestellt, mit all den sozialen Misständen und den persönlichen Lebensumständen von Paulette, dass ich es gar nicht erwarten konnte, bis der Film richtig loslegt. Und glücklicherweise passierte es auch bald, dass Paulette zu einer erfolgreichen Cannabis-Dealerin avancierte.
Teilweise ist der Film herrlich politisch unkorrekt, was aber nie primitiv wirkt, sondern so, wie das Leben eben ist. Man weiß zwar nicht, weshalb Paulette so denkt und reagiert, aber das muss irgendwie mit ihrem verstorbenen Gatten zusammenhängen. Wichtig ist aber nur, dass Paulette im Laufe der Handlung eine Wandlung erfährt, die sie dann doch irgendwie sympathisch erscheinen läßt. Auf jeden Fall hat Bernadette Lafont eine spitzenmäßige darstellerische Leistung erbracht.
1 Punkt gibt es dafür, dass der Film NICHT in eine doofe Kifferkomödie abgeglitten ist.
1 Punkt gibt es für den Realismus.
1 Punkt gibt es für die interessanten Backwaren.
1 Punkt gibt es für den Running Gag mit Alzheimer.
1 Punkt gibt es für die Nebenfiguren.
2 Punkte gibt es für Madame Lafont.
3 Punkte musste ich abziehen für die doofen Polizisten, für die Vorhersehbarkeit und für das irgendwie zuckersüße Ende.
Aber das ist ja auch Geschmackssache.