Selbst wenn ich meine Maßstäbe runterschraube und mein Niveau mal in der Zwischenablage speichere, fällt mir leider kein Grund ein, weswegen ich irgendein Lob für meinen ersten Selbstversuch mit einer „Erkan&Stefan“-Comedy aussprechen müßte.
Sogar im Rahmen der Dämlichkeit, die in den letzten Jahren manchmal von Bildschirm und Leinwand tropft und bei der (nicht zu Unrecht) vermuteten Hirnlosigkeit gewisser Publikumsteile, muß man doch schon von sehr schlichtem Gemüt und dann aber auch noch total anspruchslos sein, um hier an irgendwas Gefallen zu finden. (Total besoffen geht auch noch!)
Diesmal versuchen sich das deutsche Hip-Hop-Idiotenduo mit dem gewollt gekünstelten Radebrech-Streetstyle-alterichschwöre-Deutsch an einer Art Fantasykomödie, als einem mysteriösen Dolche die Kräfte des Guten in Form einer knapp bekleideten Bettina Zimmermann entschlüpft. Die gilt es in Sicherheit und ins Bett zu bekommen, obwohl die beiden (wie sich im Film herausstellt) selbst dafür zu doof sind, weil sie sich die Hose noch mit dem Schuhanzieher aufmachen. Ein finsterer Hohepriester spielt die Gegenseite und der hat doch tatsächlich zwei Killer engagiert, die auf „Pulp Fiction“ machen. Mann, ist das lustig – nur Herpes macht noch mehr Laune.
Ansonsten wieselt man durch das übliche asiozale Panoptikum des seligen Unterstands, mit Mama, dem Asi-Bruder und viele brutalen Schlägern in einer Anti-Aggressions-Selbsthilfegruppe, nicht zu vergessen ein paar blondierte Billigschlampen.
Was besonders verunsichert, ist die Tatsache, daß Axel Sands Film ähnliche Ware wie „Voll normaal“ sogar noch um Längen unterschreitet. Dafür kann er aber weniger, er bemüht sich noch halbwegs um technischen Sachverstand.
Fakt ist: Erkan und Stefan sind schlicht und ergreifend nicht witzig. Nicht mal lustig. Nicht mal komisch. Schon in ihren 5-Minuten-Live-Auftritten hatten sie maximal eine Pointe untergebracht, die dann auch noch problemlos verrissen wurde, der Rest war geistloses Gelaber. Hier wird das auf unerträgliche 85 Minuten gestreckt und für den Zuschauer endet das in einer einzigen Tortur.
Sie haben kein Timing, sie können sich nicht bewegen, sie haben nicht mal ansatzweise irgendwelche Persönlichkeiten, sie haben keinerlei Raffinesse. Und, was am schlimmsten wiegt und was sie gegen Prollomaten wie Tom Gehrhardt locker den Kürzeren ziehen läßt, sie sind nicht im mindesten originell.
Aber solange es genug hirngeschonte Bundesbürger gibt (egal, welcher Nationalität), die solche blöden TV-Formate auch noch im Kino supporten, hat auch so ein Duo marginalen Erfolg.
Nebenbei versucht man sich hier übrigens noch an einem Hauch von CGI, wobei der Maske des Bösen jegliche Finesse abgeht. Frau Zimmermann sieht zwar dazu aus wie jedermanns liebstes Mäuschen, schafft es aber gleichfalls, aus ihren doofen Dialogzeilen noch weniger zu machen.
Ergo ist jeder passabel gemachte Amateurfilm diesem Auswuchs des Infantilen vorzuziehen. (1/10)