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Syfy und The Asylum haben mal wieder zugeschlagen und präsentieren puren Monster-Trash, mit dem wahrscheinlich größten Bigfoot aller Zeiten. Was jedoch Alice Cooper dazu gebracht hat, sich in die Szenerie zu verirren bleibt wohl eher ein Geheimnis seines Managements.

Deadwood, South Dakota: Radiomoderator Harley plant ein 80er Festival mit allem Tamtam, sein ehemaliger Kumpel Simon, mittlerweile Alt-Hippie mit jungen Gören um sich herum, ist als Umweltaktivist dagegen. Doch die beiden haben die Rechnung ohne Bigfoot gemacht, denn wer ihm in die Quere kommt…

Die Story folgt mal wieder dem üblichem Schema: Profitgier und Selbstsucht, ein paar Ignoranten, eine beherzte Polizistin und schließlich das Monster, welches während der zweiten Hälfte unter Beschuss steht.
Zwar gelingt es kaum einen Sympathieträger zu etablieren, doch dafür mischen genügend Figuren mit, um die Sache abwechslungsreich zu gestalten und mit entsprechend hohem Tempo von Handlungsstrang zu Handlungsstrang zu springen.

Bigfoot erscheint hingegen deutlich größer als man ihn aus einschlägigen Medienberichten kennt, wobei das Vieh eher an King Kong erinnert und geschätzte zwölf Meter hoch ist.
Die Computereffekte sind erwartungsgemäß schwach, primär im Zusammenhang mit Greenscreen sehen einige Bewegungen unfreiwillig komisch aus, zumal das Monster häufig stampfend durch die Gegend rennt. Immerhin schlägt er einige Male unbarmherzig zu, einige werden platt getreten, anderen wird der Kopf abgebissen und manche Opfer werden einfach durch die Gegend geschleudert. Allerdings fließt trotz angedeuteter Härte überraschend wenig Blut, das haben die CGI-Freaks offenbar schlichtweg vergessen.

Auch wenn einige doofe Sprüche oder Ausrufe („Du haariger Arsch!“) zwischenzeitlich erheitern, läuft die Geschichte eher humorfrei ab, da die aufgesetzte Umweltkritik im Sande verläuft, einige irrationale Verhaltensweisen übers nachvollziehbare Ziel hinausschießen und das letzte Drittel nur noch damit beschäftigt ist, wie man Bigfoot auflauern und vernichten kann. Witzig ist noch die Tatsache, dass Alice Cooper auf einem Festival mit vierzig Besuchern, ohne Proben und mit fremden Musikern auftritt, während Bigfoot offenbar allergisch auf Rückkopplungsgeräusche reagiert.

So werden Bagger durch die Gegend gewirbelt und explodieren sogleich, Helikopter werden mit herumliegenden Gegenständen abgewehrt, Harley düst auf der Harley, die Nationalgarde darf final auch noch ran und Mount Rushmore muss mal wieder für ein Finale herhalten, was immerhin ein wenig Abwechslung bringt, denn ansonsten wechselt sich die Landschaft zwischen verschneiter Wiese und matschigem Wald ab, während Rapid City nicht aussieht wie Rapid City.

Auch wenn viel zu Bruch geht, einige Sachen explodieren und sogar Panzer zum Einsatz kommen, sieht das alles natürlich nicht so realistisch aus, denn auch hier haben die CGI-Freaks einige Mal komplett daneben programmiert, spätestens als ein Heli abstürzt und entsprechend unsanft aufprallt.
Dieses unterdurchschnittliche Niveau deckt sich jedoch mit den darstellerischen Leistungen, da auch niemand der teilweise bekannten Mimen überzeugen kann, allenfalls noch Bruce Davison als Sheriff.

Am Ende sind mal wieder Trashfreunde gefragt, welche wissen, was ihnen bei Produktionen von Syfy blüht und auf welches Niveau man sich storytechnisch als auch auf Ebene der Effekte einlässt. Zum schlichten Abschalten nach Feierabend durchaus okay und unterhaltsam, als ernstzunehmender Bigfootfilm mit tieferem Sinn und ordentlich Suspense eine mittlere Katastrophe.
5,5 von 10

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