iHaveCNit: Hijacking (2012) dänischer Originaltitel: Kapringen
Durch meine sehr guten Erfahrungen mit Tobias Lindholm, dessen Regiearbeit und Drehbücher mir bereits positiv in Erinnerung geblieben sind, vor allem mit „Die Jagd“ ; „A War“ ; „Die Kommune“ und „9.April“, habe ich auch „Hijacking“ sehen wollen, der nach seinem Trailer für mich so etwas wie den dänischen „Captain Philipps“ darstellt. Wobei „Captain Philipps“ mit mindestens einem Jahr Abstand später den Weg in die Lichtspielhäuser gefunden hat. CP ist für mich ein unglaublich spannendes Meisterwerk und ein moderner Piratenfilm mit zuspitzendem Kammerspiel geworden, welches ich vom Start weg mit einer 10/10 bewerten würde. Daher hatte ich an „Kapringen“ entsprechende Erwartungen, die der Film nur bedingt erfüllen konnte, auch wenn er im Erscheinungsjahr der große Sieger bei den Preisverleihungen Bodil und Robert gewesen ist.
In „Hijacking“ wird die Crew des Frachtschiffs MV Rozen von somalischen Piraten geentert, während in der dänischen Heimat der Chef der Reederei selbst die Verhandlungen mit den Piraten führen will, um seine Leute da raus zu holen. Gespielt werden die wichtigsten Figuren unter anderem von den bekannten Darstellern Sören Malling, Pilou Asbeak, Dar Salim und Roland Möller. Allen voran Sören Malling als Chef der Reederei und Pilou Asbeak als Schiffskoch überzeugen wirklich großartig in ihren Rollen. Während sich die Handlung von „Captain Philipps“ auf wenige Tage begrenzt, laufen hier die zähen Verhandlungen mindestens über mehrere Wochen bzw. Monate und die Handlung wechselt von dem täglichen Überlebenskampf und Auf und Ab der Crew auf dem Schiff und den zähen Verhandlungen in Dänemark, die dem Chef der Reederei einiges abverlangt. Gerade eine leichte Wackelkamera und die dreckige bzw. sterile Optik unterstützen den sehr realistischen Look des Films und sorgen für einen guten Eindruck – genau wie der fast vollkommene Verzicht auf Hintergrundmusik. Das einzige, was mich an dem Film stört ist, dass er durchaus hätte spannender sein können, da sich die Verhandlungen mit der Zeit wiederholen und für etwas Redundanz sorgen. Aber sonst ist der Film gut und definitiv was für jeden, der sich mit dem dänischen Film beschäftigen möchte.
„Hijacking“ - My First-Look – 8/10 Punkte.