Werwolffreunde haben es in letzter Zeit nicht leicht, denn neben uninspirierten Geschichten werden die Biester immer häufiger per CGI in Szene gesetzt, was meistens dämlich aussieht. Der deutsche Regisseur David Brückner gestaltet seine titelgebende Kreatur zwar ohne Computer, besser wird sein Film dadurch allerdings nicht.
Anno 1945 experimentieren die Nazis mit einer neuen Waffe, einer Mischung aus Mensch und Wolf. Doch dann rückt der Feind an, die Labore werden zerstört, das Biest überlebt jedoch. Als rund 65 Jahre später eine Punkband auf das verwaiste Gelände gelangt, wird der Werwolf versehentlich befreit…
Nach dem Debüt „Dead Survivors“ keimte eine gewisse Hoffnung auf, dass sich ein deutscher Regisseur mit atmosphärischen Werken einen guten Namen machen würde, doch spätestens mit vorliegendem Werk zeichnet sich ein deutlicher Rückschritt ab.
Die Exposition mit kurzen Feuergefechten und Besuch eines Majors in den Geheimlaboren ist noch einigermaßen interessant ausgefallen, doch als die Bandmitglieder das Gelände betreten geht es schlagartig bergab.
Die Mimen performen für eine Produktion dieser Art noch okay, doch die Figurenzeichnungen tendieren gegen Null, einige Charaktere sind schlichtweg nervig, es gibt nicht den Ansatz eines Sympathieträgers und von dem Ungetüm ist beinahe eine halbe Stunde lang nichts zu sehen oder zu hören.
Als es schließlich zuschlägt gerät das Treiben minimal in Bewegung, von kraftvoller Action ist man jedoch weit entfernt, zumal die Bestie verhältnismäßig unblutig austeilt und ein Großteil der Szenen im Halbdunkeln stattfindet. Eine durchbohrte Brust ist noch passabel gestaltet, ein Kopfschuss auch, doch wenn jemand einen Eimer Blut ins Bild schüttet, um mehrere Ableben gleichzeitig zu veranschaulichen, sind eher Trashfreunde gefragt.
Diese dürften sich auch final beim Anblick des Werwolfs freuen, denn das Kostüm sieht teils nach Handpuppe aus, teils ist jemand unter eine billige und lieblos angefertigte Fellmaske geschlüpft. Zum Showdown gibt es sogar noch einen kleinen Twist, doch der rettet das einfallslose Gelage längst nicht mehr.
Es mag am mangelnden Budget gelegen haben, nicht zuletzt am uninspirierten Drehbuch, dass dieses Werk von Brückner rein gar nicht für Unterhaltung sorgen kann. Das verwaiste Gelände erzeugt kaum Atmosphäre, Spannung kommt zu keiner Zeit auf und die Kreatur wirkt alles andere als Furcht einflößend. Werwolffreunde haben es weiterhin nicht leicht…
2,5 von 10