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Nach seinem Low-Budget-Spielfilm-Debüt „Dead Meat“, einem Splatterfilm aus dem Jahre 2004, dauerte es acht Jahre, bis der irische Regisseur Conor McMahon – mittlerweile bei einem Major untergekommen und mit einem nennenswerten Budget ausgestattet – seinen zweiten abendfüllenden Film vorlegte: den Fun-Splatter-Beitrag „Stitches – Böser Clown“, der sich des beliebten Horror-Clown-Sujets annimmt.

Im zarten Kindesalter feierte der kleine Tom (Ryan Burke, „Redwater“) seinen Kindergeburtstag altersgerecht mit gleichaltrigen Freunden sowie einem Clown (Stand-up-Comedian Ross Noble) zwecks Bespaßung. Leider war dieser nicht nur nicht besonders kinderlieb oder lustig, sondern verunfallte durch einen bösen Streich der Blagen tödlich, als er rücklings in ein Brotmesser stürzte. Rund zehn Jahre später sind aus den damaligen Kindern Jugendliche geworden, die erneut zu Tom (nun Tommy Knight, „The Sarah Jane Adventures“) eingeladen werden, als dessen Eltern außer Haus sind. Jedoch schleicht sich auch ein ungebetener Gast ein: Clown „Stitches“ ist von den Toten auferstanden und sinnt auf Rache…

Nachdem ich bereits „Dead Meat“ aus einem unbestätigten Verdacht heraus links liegen gelassen hatte, traute ich mich aufgrund manch guter bis gar überschwänglicher Kritik dann doch an „Stitches – Böser Clown“ heran, zumal es mir als altem „Es“-Fan Horror-Clowns durchaus angetan haben. Nach dem vielversprechenden Prolog mit den den armen Clown ins Grab bringenden Rotzbälgern und der gewitzt gefilmtem tödlichen Kettenreaktion scheint sich McMahon auch ein wenig vor King respektive Wallace zu verbeugen, wenn er Toms aus den Ereignissen resultierende Angstparanoia versinnbildlicht. Schnell jedoch verflacht der Film zusehends in eine Klischeeparade tatsächlich ausschließlich debiler überkarikierter Charaktere vom Adipösen über den Kiffer, den Ängstlichen und den Juristensohn sowie den Zurückhaltenden bis zu dessen Love Interest und der promiskuitiven Schlampe. Dass diese unentwegt ein bescheuertes Gelaber vom Stapel lassen, das man sich nicht einmal in den ‘80er-Teenie-Slashern ins Dialogbuch zu schreiben getraut hätte, zehrt einerseits an den Nerven, sorgt aber natürlich auch dafür, dass man das Ableben der Nichtsnutze schnellstmöglich herbeisehnt.

Dies geschieht vornehmlich in Form vollkommen unrealistischer, comichafter, jedoch kreativer Splattereien, bei denen einem Opfer beispielsweise die Augäpfel herauspoppen. So richtig große Augen macht man als weitaus bessere Genre- und Effekte-Kost gewohnter Genrefreund dabei indes nicht, die verdienten Vorbilder bleiben – was zu erwarten war – auch durch diese Produktion unerreicht. Sauer stößt zudem auf, wie krampfhaft „Stitches – Böser Clown“ auf witzig getrimmt wurde, während ein Großteil der Gags pubertäre oder schmalbrüstige Rohrkrepierer sind. Den Vogel schießt dann die im letzten Drittel installierte, unfassbar hanebüchene Hintergrundgeschichte ab, die aus Stitches und Konsorten einen verschwörerischen, mystischen, Geheimzirkel macht. Immerhin jedoch ist „Stitches – Böser Clown“ im Rahmen seiner Möglichkeiten schauspielerisch solide und, und das macht ihn immerhin zur kurzweiligen Durchschnittskost, deutlich unterhaltsamer als langweilig – wenn auch auf eher kleiner Flamme; mehr Fast Food denn nachhaltige Ernährung.

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