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Gerard Butler spielt einen ehemaligen Fußballprofi, der wenig Kontakt zu seinem Sohn hat, seit er von seiner ehemaligen Frau, gespielt von Jessica Biel, getrennt lebt. Um den Sprössling nun häufiger zu sehen, beschließt er, dessen Fußballmannschaft zu trainieren, sehr zur Freude der zuschauenden Mütter.

“Kiss the Coach“ ist ein Film, bei dem man sich durchgehend fragt, was sich der Autor wohl bei seinem Drehbuch gedacht haben mag. Vielleicht wollten die Mitglieder des namenhaften Casts allesamt skurrile Rollen spielen, in denen sie sich austoben konnten, sodass der Autor diese nicht mehr in seiner Geschichte unterbringen konnte, vielleicht war es ihm aber auch nicht möglich, sich für einen Ansatz zu entscheiden. Was das Ganze eigentlich soll wird aber wohl so oder so sein Geheimnis bleiben.

Dabei ist das Grundkonzept eigentlich ganz gut. Die Hausfrauen und Mütter, die beim Fußballtraining zuschauen, verfallen nacheinander dem neuen Trainer. Da diese ausgesprochen skurril und kauzig daherkommen, wird es lustig, wenn sie Versuche starten, dem Trainer näher zu kommen. Dieser Ansatz wird dann aber zunehmend aus den Augen verloren.

Warum Gabriele Muccino, der mit “Das Streben nach Glück“ und “Sieben Leben“ eigentlich unter Beweis stellen konnte, dass er ein Drama narrativ wie dramaturgisch stringent auf die Leinwand zu bringen vermag, hier zu keinem Zeitpunkt einen roten Faden findet, ist ebenso unerklärlich wie das Drehbuch. Immer wieder werden ernste Töne angeschlagen, wenn der Protagonist seine Frau, die er immer noch liebt, aufsucht und um Rat fragt, oder wenn er versucht, seinem Sohn wieder näher zu kommen. Am Rande bemerkt ist dieser Plot sehr stereotyp und flach, klassisch für ein Feel-Good-Movie eben. Doch dazwischen kommt es immer wieder zu Szenen, die nicht so recht ins Bild passen, in denen wieder eine Fußball-Mutter auftaucht, die entweder auf schnellen Sex aus ist oder ein paar unbegründete Weinkrämpfe bekommt.

Was sich die Macher bei der von Dennis Quaid verkörperten Nebenfigur gedacht haben, die im gesamten Film wie eine unpassende Karikatur, ein Fremdkörper wirkt, bleibt ebenfalls unklar. Lächerlich ist auch die Inszenierung der F-Jugendspiele, die mit schnellen Schnitten und Handkamera wie echte Profifußballspiele in Szene gesetzt werden.

Was bleibt ist ein Film, der zumindest phasenweise unterhält, gelegentlich eine gelungene Überraschung bietet und dazu ein gutes Starensemble, das noch das Beste aus den unglücklich konstruierten Figuren macht und spielfreudig gegen das schlechte Drehbuch anspielt. Butler und Biel tragen dabei relativ gelungen in ernsteren Rollen durch den Film, wirken wie Ruhepole zwischen den bizarren Nebenfiguren. Catherine Zeta-Jones, Judy Greer, Dennis Quaid und Uma Thurman toben sich derweil in ihren Figuren nach Lust und Laune aus, was teilweise lustig, teilweise wirr und teilweise unpassend ist.

Fazit:
“Kiss the Coach“ ist letztlich besonders eines: unausgegoren und undurchdacht. Er wirkt durchweg wie der erste Entwurf eines Films, in dem zahlreiche Ideen verarbeitet wurden, die nicht so recht unter einen Hut passen, wie ein Film, der noch glattgebügelt werden muss. So ist er eine etwas konfuse Mischung aus einer Komödie mit kauzigen Figuren und einem klassischen Familienfilm, der sich seinem Happy End entgegenseht, teilweise unterhaltsam, aber letztlich eher schwach bis mäßig.

38%

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