Nur selten gibt es Streifen, die in der Arktis spielen und als Partyfilm durchgehen, denn was soll man auch in Eiseskälte und Einsamkeit zu feiern haben. Vielmehr assoziiert man dabei Werke wie Carpenters "The Thing", bei denen sich die frostige Isolation der Protagonisten auf den Zuschauer überträgt, was Regiedebütant Anthony Woodley immerhin so einigermaßen gelingt.
1955 in einer alternativen Vergangenheit: Der zweite hundertjährige Krieg dauert nun schon seit Jahrzehnten an, während die drei britischen Soldaten Graham, Mason und Albert in der Arktis stationiert sind und den Funkverkehr des Feindes abhören. Doch als eines Tages die Alarmlampe blinkt und vor der Station eine ominöse Kapsel gesichtet wird, beginnen sich die drei Männer zu verändern...
Woodley hat seinen Erstling in jeder Hinsicht minimalistisch aufgezogen, was bei einem geschätzten Budget von 250.000 Pfund auch nicht verwundert. Der überwiegende Teil des Geschehens spielt sich in der Station ab, nur wenige Szenen spielen im Schneetreiben. Die Räumlichkeiten sind immerhin zweckdienlich ausgestattet, besonders die Heizzentrale (Dampf ist hier die primäre Energiequelle) kann sich sehen lassen.
Die Figurenkonstellation wird recht schnell auf den Punkt gebracht, da Korporal Graham den jungen Rekruten Albert bei jeder Gelegenheit drangsaliert, während Befehlshaber Mason seine schützende Hand über Albert zu halten versucht, jedoch zu häufig mit der Jagd von Hasen beschäftigt ist.
Als Graham eine Pustel auf seiner Hand entdeckt und wie als böses Vorzeichen eine Spinne plättet, ahnt man bereits die Ausmaße in Richtung Cronenberg, denn Spinnen spielen in verschiedenen Variationen eine Rolle in dem bizarren Treiben.
Allerdings ist dabei nicht immer einzuordnen, was real und was Halluzination ist, denn offenbar ist aufgrund des Einsatzes psychotropischer Waffen nahezu alles möglich, was letztlich auch ein wenig die Willkür der bizarren Einlagen erklärt.
Hier mal eine Leiche mit gespaltenem Schädel, dort eine Funknachricht über die Preußen und ihre Spinnen-Allianz, dann wieder der Monitor mit einem gewissen Lord Hall, dessen Schnauzer kaum affiger wackeln könnte, während die Soldaten kryptisches Zeug von sich geben, was gegen Ende nur noch selten einen Sinn ergibt.
Zwar schürt die allgemeine Isolation ein wenig Atmosphäre, doch spannend wird es bei alledem zu keiner Zeit. Denn dafür ereignet sich insgesamt viel zu wenig, Konfrontationen untereinander bleiben nahezu aus und lediglich eine Spinne in Stop-Motion vermag für einen kurzen Moment zu erheitern. Darüber hinaus bleiben viele angedeutete Aspekte der Phantasie des Zuschauers überlassen, welcher mit dem weitgehend offenen Ausgang kaum zufrieden sein kann.
Von einer Hasenjagd über eine Videobotschaft bis hin zu einem leicht verbrannten Gesicht gibt es nichts, was eine Sichtung rechtfertigen würde, - da erfrieren die leidlich guten Ansätze im Schneegestöber der Belanglosigkeit.
3,5 von 10