Natürlich versucht man mit dem Titel ZOMBIE WORLD WAR auf den gerade anlaufenden potentiellen Blockbuster WORLD WAR Z mit Brad Pitt aufzuspringen. Von der Qualität her trennen beide Filme ganze Filmuniversen. Der ursprüngliche Originaltitel des Film war in taiwanesisch Z-108 QI CHENG bzw. ZOMBIE 108 wegen dem Sex-District "108" in Taipei in dem ein Teil des Films spielt. Sind die diversen Massenszenen mit den relativ ansprechend gestylten Zombies für hartgesottene und Filmkummer gewohnte Seher noch gerade erträglich fällt ZOMBIE WORLD WAR in Bezug auf Dramaturgie, sinnvolle Handlung und schauspielerischer Leistungen völlig ins bodenlose und wird wohl von nicht vielen zu Ende gesehen werden. Der äußerst gut gemachte Trailer täuscht übrigens eine intensive Inszenierung und dichte Dramaturgie an die der Film nicht hergibt.
Die Story dreht sich um einen entwichenen Biokampfstoff der die Bewohner in Zombies verwandelt. Dazu kommt eine Razzia einer Spezialeinheit in District 108 und zwischen die Bullen und Gangster geraten natürlich die Zombies. Als wäre dies nicht schon verwirrend genug folgen wir auch noch einem wirklich freakigen Perversen der ständig Selbstgespräche führt und Frauen fängt und misshandelt…Es soll hier nicht der Eindruck eines überraschten Sehers entstehen der mehr von dem Filmchen erwartet hat. Natürlich war der D-Film-Charakter des Films auch vorab erkennbar. Aber mit großem Trashherz oder in geselliger Runde mit Gleichgesinnten und jeder Menge berauschender Getränke lässt sich ja vieles gemeinsam ertragen und wahlweise viel Brutalität, Sex oder sonst wie Groteskem filmischer Art genießen
Aber ZOMBIE WORLD WAR ist eine Sichtung auch unter Hartgesottenen kaum wert. Vielleicht kurz vor dem Alkoholkoma. Aber selbst bei niedrigsten Erwartungen kommt Langeweile auf, insbesondere durch das schlechte Timing und viele Längen in der eh schon unsinnigen Handlung. Technisch gibt es einen wirklich grottenschlechten Schnitt der wie von auf dem Schneidetisch durchdrehenden Katzenbabys erstellt scheint. Unnötig zu erwähnen, dass die deutsche Synchronisation völlig übertrieben angelegt ist und zusammen mit dem asiatischen Overacting schon fast wieder eine gute krude Mischung ergibt. Erinnerungen an STORY OF RICKY werden sogar zeitweise wach in dem absurden Durcheinander von zufällig auftauchenden Zombies, den ganzen Girls sowie der wirklich gut gelungenen perversen Hauptfigur.
Vor allem anfangs gibt es jede Menge Cage-Dancing in einer Disco und jede Menge schlüpfrige und recht offenherzige Szenen mit den Tänzerinnen die die mit Koks vollgestopften Gauner umgarnen. Tatsächlich sind gefühlt circa 80% der Laufzeit nackte Frauen im Bild die erfrischend natürlich im Gegensatz zu den ständig gepimpten "Darstellerinnen in ähnlichen US-Streifen sind. Später gehören die Quälszenen des Perverslings mit TCM-ähnlichem Gesicht schon zu den Höhepunkten des Films in ihrer trashigen Konsequenz. Sein ungefähr 108 Mal geäußerter Satz ist "Komm her, Du Schlampe!" Durch Härte oder sonstigen Goreeinsatz der zeigefreudigen Art zeichnet sich ZOMBIE WORLD WAR leider nicht wirklich aus, auch wenn die FSK 18 im Gesamtzusammenhang durchaus in Ordnung geht.
Mehr als ein paar lose Körperteile, grobe Wunden, eine Axt im Gesicht und mal einen über den Boden kriechenden Torso gibt es nicht zu berichten, von "regnenden Köpfen" keine Spur. Die Masken der fleischgeilen Freunde sind für einen Trashstreifen sogar ganz ok und wie erwähnt sind die wenigen Massenszenen mit den Untoten absolut gelungen in einer bedrohlichen Atmosphäre und diese würden auch in hochwertigeren Filmen funktionieren. Einzelnen Zombies sieht man natürlich auch an, dass hier unerfahrene Komparsen unterwegs sind die oft wie hungrige Hunde knurren wenn sie angreifen. Insgesamt sieht man schon, dass der Regie Neuling Joe Chein ein Genrefan ist und gezielt einen überzeichneten Trashspaß mit Unterhaltungswert kreieren wollte.
Völlig ist ihm dies auch nicht misslungen und es gibt schon eine Handvoll abstrus-amüsanter Szenen. Vor allem in den letzten Minuten werden die zwei oben genannten Handlungsteile zusammengeführt und was passiert kann der erfahrene Filmfan vielleicht kombinieren. Die Umsetzung dieses "Höhepunktes" ist tatsächlich mehr als skurril. Aber einfach ein paar Zombies, einen Perversen und nackte Mädels mit unterirdischer Kameraführung und sinnlosem Geschrei in einen Topf werfen und denken damit Trash-Trolls wie uns einen tollen Film-Futterplatz zu liefern funktioniert leider doch nicht so einfach.
3/10 weißen Nasen....äh,....Punkten