Review

"Die Klapperkiste gehört in ein Museum." ... "Das tun wir alle."

Nachdem Barney Ross (Sylvester Stallone), Lee Christmas (Jason Statham), Yin Yang (Jet Li), Gunnar Jensen (Dolph Lundgren), Toll Road (Randy Couture), Hale Caesar (Terry Crews) sowie Neuzugang Billy the Kid (Liam Hemsworth) Trench (Arnold Schwarzenegger) und eine weitere Geisel aus der Gefangenschaft in Nepal befreien, bekommen die Expendables einen weiteren Auftrag von Mr. Church (Bruce Willis). Mit Maggie (Yu Nan) sollen sie in Osteuropa den Inhalt eines Safe aus einem abgestürzten Flugzeug bergen. Vor Ort kommt ihnen jedoch Jean Vilain (Jean-Claude Van Damme) zuvor, demütigt die Söldner und dezimiert sie. Angetrieben von dem Wunsch nach Vergeltung folgen ihm die Expendables.

Mit dem Action-Ensemblefilm "The Expendables" setzte Sylvester Stallone ("Rambo"-Reihe, "Rocky"-Reihe) etwas um, was es in dieser Form bislang nicht gab. Im Stile eines 80er/90er-Jahre Actionfilms versammelte er einstige Actionfilm-Ikonen, die sich selbstironisch interpretierten. Der Erfolg blieb nicht aus, was einer Fortsetzung den Weg bereitete.
Eine Enttäuschung des ersten Teils war, dass sich zwar namhafte Darsteller, wie Arnold Schwarzenegger ("Conan"-Reihe, "Terminator"-Reihe) und Bruce Willis ("Stirb langsam"-Reihe, "Surrogates"), beteiligten, deren Auftritt aber nur sehr kurz war. Mit "The Expendables 2" erweitert sich nicht nur die Präsenz dieser beiden, auch der Anteil an ruppiger Action wurde ordentlich erhöht.

Das beweist schon die Einstiegsactionsequenz in Nepal, mit der der Film gleich so richtig in die Vollen geht. Keine zwei Minuten vergehen, bis die ersten Kugeln fliegen, Köpfe explodieren, Brände entfacht werden und Menschen brennen. Dieser Einstieg erweist sich allerdings noch als emotional ungebunden, da sich coole Sprüche, brachiale Action und ein hektischer Schnitt nicht zu einem harmonischen Ergebnis zusammenfügen. Dies passiert erst später.

Da die Fortsetzung kaum noch auf eine Ausprägung seiner Handlung setzt, bekommen auch die Figuren nur wenig Zeit für sich. Auffällig wird das bei den Szenen, wo es kurzzeitig ein wenig menschelt. Der an sich durch Jean-Claude Van Damme ("Universal Soldier", "JCVD") hervorragend besetzte Gegenspieler bleibt ein klischeehaftes Abziehbild. Das Untereinander bei den Expendables wirkt verkrampfter. Dadurch wollen auch die vielen Oneliner häufig nicht so wirklich zünden.
Erheblich besser dagegen geht "The Expendables 2" bei der darstellerbezogenen Selbstironie vor. Gut pointiert und einfallsreich parodieren sich die Darsteller über ihre bisherige Laufbahn und ihrem fortgeschrittenen Alter.

Im Mittelpunkt stehen aber die hoffnungslos überzogenen Actionsequenzen. Einige kleinere Scharmützel wechseln sich mit übersichtlichen Materialschlachten ab. Dabei geht die Inszenierung sehr geradlinig, aber durchaus ruppig vor. Angenehm ist auch der erneute überwiegende Verzicht auf digitale Effekte. Dadurch wirken die Konfrontationen optisch glaubwürdig.
Gegen Ende besänftigt "The Expendables 2" dann auch endgültig seine Fans, indem er seine Größen zusammen führt und in einem kriegsähnlichen Szenario den Munitionsverbrauch und Bodycount in schwindelerregende Höhen jagt. Dagegen ist dann die finale Konfrontation schon ein wenig einfallslos.

Dass man bei einem Actionfilm dieser Art nicht über logische Bezüge nachdenken sollte, ist eigentlich selbstverständlich. "The Expendables 2" enthält allerdings so viele Ungereimtheiten, nicht mögliche räumliche Grenzüberschreitungen und geradezu unkaputtbare Helden, dass es dann doch schon etwas negativ auffällig wird.

Zu den im Vorgänger enthaltenen, zweckmäßigen Schauspielern gesellen sich nun auch Chuck Norris ("Missing in Action"-Reihe), Liam Hemsworth ("Die Tribute von Panem") sowie Nan Yu ("Speed Racer"), die nicht besonders auffällig werden.

Schwerfälliger Einstieg, aber "The Expendables 2" fängt sich wieder. Gerade durch seine Actionszenen und die sehr spaßigen, selbstreferenziellen Bezüge bleibt der Film im Kopf hängen, während die Handlung und die Motivation der Figuren nicht einmal in Ansätzen vorhanden, und genau deswegen sofort vergessen ist. Kritik muss sich das launige Actionspektakel jedoch trotzdem durch seine löchrige Erzählweise und klaffenden Inkonsistenzen gefallen lassen. Das konnte der Vorgänger noch etwas besser. Knappe ...

8 / 10

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