Will Randall (Jack Nicholson) ist nachts mit dem Auto unterwegs. Die Scheiben sind beschlagen und er sieht die Straße kaum. Als er einen Werwolf anfährt, steigt er aus und wird gebissen.
In Wills’ Berufsleben sind Werte wie Stil und Individualität das Maß aller Dinge. Sein Boss Raymond Alden (Christopher Plummer) hält diese Werte für ein Handicap und will ihn daher ersetzen. Er feuert Will zwar nicht, aber er bietet ihm einen minderwertigen Posten in Osteuropa an. Als Will erfährt, dass sein geschätzter Protegè Stewart (James Spader) sein Nachfolger wird, ist er erstaunt. Dieser hat ihm nämlich kein Wörtchen darüber erzählt. Will, der längst keinen Elan mehr hat, nimmt die Entscheidung von Mr. Alden verbittert hin.
In den nächsten Tagen fühlt sich Will körperlich sehr schwach und schlecht. Er bekommt Schweißausbrüche, Schwindelanfälle und an einem Tag geht es ihm sogar so schlecht, dass er den ganzen Tag nur im Bett liegt und schläft. Am nächsten Morgen ist Will topfit und er fühlt sich besser als je zuvor. Will bemerkt außerdem, dass sein Hör und Geruchssinn deutlich schärfer ist. Endlich hat er den nötigen Elan, sein einst geschätzten Protegé Stewart den Kampf anzusagen und für seine Position als Verlagsdirektor zu kämpfen. Auch Mr. Alden ist nicht entgangen, dass Will wie ausgewechselt ist und Will bekommt seine alte Position zurück.
Allerdings hat seine neue Wandlung nicht nur Vorteile. Nachts wenn Vollmond ist verwandelt sich Will in einen Werwolf und weiß am nächsten Morgen nicht mehr was letzte Nacht war. Daher sucht er professionelle Hilfe und findet sie bei dem mystischen Dr. Alezias (Om Puri). Alezias kann nicht viel für ihn tun, außer ihm ein Amulett zu geben, was möglicherweise den Werwolf in ihm bezwingen kann.
Auf einer von Mr. Aldens’ Party, lernt Will seine attraktive Tochter Laura Alden (Michelle Pfeiffer) kennen. Da Will verheiratet ist, bleibt es beim harmlosen Flirt. Kurze Zeit später entdeckt Will, dass seine Frau Charlotte (Kate Nelligan) ihn ausgerechnet mit Stewart betrügt. Kurz darauf wird Charlotte ermordet aufgefunden und der Verdacht fällt auf Will. Dass er sich nicht erinnern was in der Nacht zuvor war, erweist sich bei der Befragung von der Polizei als großes Manko.
Kritik:
Ich hab von dem Film zuerst nicht so viel erwartet. Naja das Thema Werwolf ist, find ich ehrlich gesagt, schon durch und kann nicht unbedingt so viel Neues bieten.
Wenn man die erste Szene sieht, in der Will Randall gebissen wird, erwartet man auch einen typischen geheimnisvollen, leicht düsteren und doch etwas kitschigen Gruselfilm. Doch es kommt ganz anders. Regisseur Mike Nichols bringt den Film in eine ganz andere Richtung. Die Rolle des Will Randall wird deutlich vielschichtiger, da wir einen gebrochenen Mann sehen, der kurz vor Verlust seines Jobs ist. Die Instinkte des Werwolfes sind dabei eine Art Weckruf für sein zerstörtes Ego.
Die Stärken des Films sind vor allem die andere Gestaltung dieses Werwolffilms. Nichols verzichtet auf blutrünstige Szenen, setzt uns aber dafür eine schöne Story vor. Dabei ist ihm eine äußerst schöne Besetzung gelungen. Da Jack Nicholson durchaus auch was animalisches hat, ist er für diese Besetzung klasse.
Michelle Pfeiffer ist atemberaubend. Als Laura Alden wirkt sie erst gefühllos und stumpf. Später ist es so als würde eine gewaltige Mauer einbrechen und wir sehen eine gefühlvolle, sensible Frau. Das kann man über James Spaders’ Charakter Stewart nicht sagen. Er ist Verlogen, Skrupellos, Scheinheilig und Machtbesessen – ein echter Widerling. Als er Wills’ Job bekommt und Will ihn damit konfrontiert, dudelt er seinen Lieblingssatz runter „sag mir was ich tun soll und ich tu es. Soll ich kündigen?“ Wohlwissend, dass das Will niemals von ihm verlangen würde.
Christopher Plummer als kühler Boss Raymond Alden ist auch spitze. Er verfährt streng nach dem Hire-And-Fire Prinzip. In den Szenen in denen wir in sehen, feuert er entweder jemanden oder stellt ihn ein. Das macht er äußerst berechnend und genießt daher den Ruf eines knallharten Geschäftsmann.
Dieses Niveau der Extraklasse hält Wolf leider nicht ein. Anfangs hat er es so wunderbar geschafft keine Klischees einzubauen und baut sie doch gegen Ende des Films wieder ein. Aus einem schönen Schauspielerfilm, wird ein Action-Gruselthriller zweiter oder dritter Klasse. Und ab da überzeugen mich die Schauspieler auch nicht mehr ganz so. James Spader, der nachher auch zum Wolf mutiert, übertreibt es gegen Ende gewaltig. Mir gefiel er als schleimiger Stewart besser, als der böse Werwolf-Stewart.
Fazit:
Was übrig bleibt, ist ein sehr schöner, unterhaltsamer Film, dessen Stärke vor allem in der ersten Hälfte des Film liegt.