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"Wolf" mit Jack Nicholson in der Hauptrolle variiert mit sehr viel Sinn für Humor und dezenter Erotik das altbekannte Thema um den Werwolf-Mythos und verlegt es in eine amerikanische Großstadt in der Gegenwart.

Dabei kommt der Mitte in den 90er Jahren von Regisseur Mike Nichols inszenierte Film wunderbar altmodisch daher und weiss trotz seiner ruhigen Erzählart den Zuschauer von der ersten bis zur letzten Minute zu fesseln.

Seine Stärken liegen nicht in übertrieben blutigen Details und computeranimierten Werwolf-Verwandlungen, sondern in den liebevoll gestalteten Charakteren, denen von einer exquisiten Besetzung Leben eingehaucht wird. Darsteller wie Jack Nicholson, Michelle Pfeiffer und der in Ehren ergraute Christopher Plummer sind mit spürbarer Spielfreude bei der Sache, dass es ein großes Vergnügen ist, ihnen zuzuschauen.

Die Handlung um einen Mann, der sich nach einem Wolfsbiss in Vollmondnächten selbst in einen Wolf verwandelt, ist schnörkellos erzählt und besticht durch feinen Wortwitz, baut dabei aber einen ungeheuren Spannungsbogen auf, der sich bis zum dramatischen Finale zieht.

Für den kongenialen Score zeichnete sich Maestro Ennio Morricone verantwortlich, der für "Wolf" eine wunderbare Komposition zauberte.

Die größte Leistung des kompletten Filmteams ist es jedoch, im Zeitalter von digitalen Effekten und lauten Zerstörungsorgien einen leisen und feinsinnigen, vor allem aber niemals langweiligen Film geschaffen zu haben, der mit minimalen Aufwand einen maximalen Unterhaltungswert erreicht.

8,5 von 10 Vollmonde!

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