Die Journalistin Anne Brauer stößt bei Recherchen im brasilianischen Regenwald auf ein geheimes Biowaffen-Programm, bei dem hoch aggressive Killerbienen zu Überträgern eines neuen tödlichen Virus gemacht werden. Mit Hilfe der mörderischen Insekten werden weite Waldgebiete von ihren Ureinwohnern "befreit", um ungestörte Ölbohrungen zu garantieren. Ein infiziertes Bienenvolk gelangt an Bord eines Flugzeuges. Während die Passagiere - darunter Annes Ehemann Marty - in 10.000 Metern Höhe um ihr Leben kämpfen, macht sich Anne auf die Suche nach den "Schattenkriegern". Sie hat Hinweise, dass der sagenumwobene Stamm ein Gegenmittel für den Virus besitzt. Doch der Ölkonzern will Anne um jeden Preis zum Schweigen bringen.
Jessas, welcher hyperaktive Streber hat sich denn die Story von Flying Virus aus dem Nerd-Hypothalamus gesogen? Gab es einen Wettbewerb darin, wer die meisten Genres in 90 Minuten unterbringen kann, egal ob die Mixtur dann danach Sinn macht? Beginnt man noch ganz normal als typischer Kabel TV Tierhorror der Woche mit aufgesetzter Öko Message am Amazonas, so evolutioniert man sich später in mehrere Plotten und da ist von Outbreak, Flugzeugkatastrophe, ein bißchen Mondo, Ehedrama, Söldneraction, Killerbienen und Teenagerliebe zweier Vollpfeifen ist alles dabei, paßt aber natürlich hinten und vorne nicht unter einen Hut.
Erstaunlich gut dafür sieht allerdings der Action Part aus. Gerade zu Beginn als die Indios eine schwerbewachte Baustelle stürmen, sieht das für diese Produktion geradezu verdächtig professionell aus. Auch später werden wir mit Massenszenen, gleißenden Explosionen und mehreren Hubschraubern verwöhnt, das ich doch beinahe bezweifeln möchte, das all dies wirklich für Flying Virus entstanden ist, zumal die Hauptfiguren in diesen Szenen nie im Bild werden, sondern lediglich in Großaufnahmen zwischengeschnitten werden. Ich kanns nicht beweisen, aber ich wittere Schummelei.
Weniger gelungen dann aber logischerweise auch, das aufgrund der Struktur alle paar Minuten zwischen den Plotten hin und her geschaltet wird. Als Zuschauer wird man ständig aus der Konzentration gerissen wenn hier mal Rutger Hauer mit seinen Söldnern Eingeborene niedermäht, die Journalistin durch den Dschungel stolpert und ihr Exmann im Flugzeug (das auch überhaupt nicht nach Studio aussieht, lol) gegen giftige Biene Majas kämpft. Das sich am Ende die beiden Streithähne wieder in den Armen liegen ist natürlich ebenso locker vorhersehbar wie langweilig.
Es werden auch sonst meist nur die üblichen Stereotypen runtergebetet, aber einen gewissen Unterhaltungswert kann man der Story nicht absprechen. Ein etwas abgespecktes Script und etwas sympathischer eingeführte Charaktere (Sheffer ist anfangs ein Vollarsch) hätten da echt geholfen, wie beispielsweise die tolle Szene mit der Stewardess, die sich erfolgreich gegen einen arroganten Passagier zur Wehr setzt. Die Action paßt jedenfalls gut (natürlich unter Vorbehalt, das diese auch wirklich für Flying Virus gemacht und nicht irgendwo ausgeborgt wurde).
4/10