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Mit Weihnachtsfilmen assoziiert man häufig diese ganz klebrigen Beiträge, in denen Santa Claus persönlich in Erscheinung tritt und sozial benachteiligten Individuen zu ungeahnten Erfolgen verhilft. Nach ähnlichen Mustern läuft auch der Erstling von Richard Foster ab, den er mit seiner Partnerin ausheckte, wobei er sich den großen Kitsch glücklicherweise für die letzten Minuten aufspart.

Die achtzehnjährige Ashley (Lexi Ainsworth) lebt in einer Patchworkfamilie mit ihrem Dad (Eric Roberts), ihrer Stiefmutter Sharon und deren Sohn Jason zusammen, in der es vor Problemen nur so wimmelt. Während Jason heimlich Drogen nimmt und bald arge Schulden bei seinem Dealer hat, bekommen die Eltern nicht mit, dass Ashley ein Alkoholproblem mit sich herumträgt und ständig in dubiosen Clubs abhängt. Als Handwerker Mac (Bryan Massey) auf die junge Frau aufmerksam wird, versucht er ihr Leben in neue Bahnen zu lenken, indem Ashley die Weihnachtsgeschichte für ein Theaterstück mit Kindern umschreiben soll...

Die Erzählung steigt alles andere als weihnachtlich ein, als zwei offenbar schwer verletzte Personen in die Notaufnahme gebracht werden. Kurz darauf ist Ashley gegenüber einer Polizistin zu sehen, der sie ihre Geschichte vorträgt. Also die übliche Rahmenhandlung, an die im Verlauf wieder angeknüpft wird, während bebildert wird, wie es dazu kommen konnte.

Die Figurenzeichnungen fallen schlicht aus und sind zudem reichlich klischeebelastet, da es im Grunde nur einen Samariter benötigt, um die Probleme nahezu aller Beteiligten zu lösen. Da steht eine ungewollte Schwangerschaft im Raum, ein alkoholkranker Vater, Kleptomanie, familiäre und soziale Anerkennung und nicht zuletzt die Frage, wie eine zerrüttete Familie wieder zueinander finden will, - das sind ein paar Handlungsstränge zuviel, welche sich die Fosters da vorgenommen haben, denn gegen Ende werden Konflikte zusehends schwarzweißmalerischer gelöst, während sich unlogische Verhaltensweisen und emotional unglaubwürdige Konfliktbewältigungen häufen.

Die zaghaften komödiantischen Einschübe lockern das Geschehen indes nur geringfügig auf, zumal lediglich Roberts für kleine Schmunzler zuständig ist und die Grundstimmung ansonsten eher ein wenig bedrückend ist. Zwar sorgt Macs Figur stets für positiven Gegenwind, doch seine Küchenpsychologie ist ein wenig zu simpel gestrickt, um (selbst an Weihnachten) als komplett glaubwürdig durchzugehen.
Schlimmer ist allerdings die plötzlich aufkommende gottesfürchtige Note, welche dem Finale mitschwingt, als eine Figur innerhalb einer ausweglosen Situation um Hilfe von oben fleht und das Theaterstück (die klassische Weihnachtsgeschichte) in Auszügen auf der Bühne zu verfolgen ist. Kitsch bleibt in solchen Fällen zwar nicht aus, doch innerhalb der letzten zehn Minuten ist es die geballte Ladung.

Dennoch kann man dem schlicht gestrickten Streifen einen gewissen Unterhaltungswert bescheinigen, da sämtliche Mimen passabel performen und ihre Figuren mit Leben füllen, die musikalische Untermalung (ohne triefende Weihnachtslieder) für Abwechslung sorgt und die technischen Aspekte bei einem Mini-Budget von 625.000 Dollar voll in Ordnung gehen.
Wer also an Weihnachten nicht die total schmalzige Nummer haben muss, sondern nur schubweise ein wenig Kitsch benötigt, könnte mit dem Streifen einigermaßen fahren. Als reiner Familienfilm ist er aufgrund der dargestellten Probleme und zweier Gewalteinlagen für die jüngeren Zuschauer eher ungeeignet.
5,5 von 10

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