Weithin ausgeruhte Eröffnung einer geplanten und mit der Fortsetzung für 2013 bereits angesetzten Trilogie; basierend auf Wen Ruians wuxia period piece "Sida Mingbu" a.k.a. "The Four Detective Guards". Das Vertrauen in die Zugkraft des Projektes, das schon Oktober 2009 die ersten Züge der Umsetzung annahm, bezieht sich auf ebenjener berühmten und schon mehrere Male, wenn da auch für das Fernsehen adaptierten Vorlage. Eine allgemein beliebte und vielfältig erprobte Handlung, die erneut, diesmal mit Budget und Stars und für den großen Zweck verfilmt und treffend zum momentanen Zeitgeschmack in die sommerlichen Kinos platziert wurde:
Historisches China. Die Gegend ist von Falschgeldprägungen durchzogen, was sowohl das offizielle "Department Six" unter Führung von Lord Liu [ Cheng Taishen ] als auch das weniger offene, aber vom Kaiser sanktionierte "Divine Constabulary" von Zhuge Zhengwo [ Anthony Wong ] auf den Plan ruft. Zwar ist der Vertreiber der Münzen schnell gefunden und gefasst, dies aber nur der Beginn einer noch größeren Verschwörung. Handelsmagnat Lord An Shigeng [ Wu Xiubo ] plant eine Unruhe im Volk und die Stürzung des Thrones, nutzt dafür auch übernatürliche Kräfte und halt nach der Ausschaltung politischer und/oder militärischer Konkurrenten bald die ganze Stadt im Griff. Die für das "Divine Constabulary" tätigen Schutzmänner Tie Youxia [ Collin Chou ], Cui Lueshang [ Ronald Cheng ], Sheng Yayu [ Crystal Liu ] und der Doppelagent Leng Lingqi [ Deng Chao ] könnten sich dem entgegenstellen. Wären ihre Fronten nicht uneins. Und untereinander mißtrauisch und verhärtet.
Unsicherheiten treten auch in der Behandlung des Filmes selber auf; dabei ist die Ausführung als Trilogie gleichzeitig Vor- und Nachteil gerade diesen Beginns, hat die Einordnung als Vorstellung all der Figuren doch ihr Problem der ausdauernden Vorlaufzeit. Zwar springt man rasch in das Geschehen um die Falschgeldprägung und Intrigen allerortens hinein, bleibt nach dem ersten Aufruhr aber mitten in der charakterlichen Ausbreitung hängen und verliert sich im personellen Mißgeschick. Die Fronten für einen Einteiler wären theoretisch, schon allein in der Funktion der angeheuerten Schutzordner und ihrer gängigen Publicity sowie auch den Kenntnissen des Genres geklärt. Die Marke wurde mit The Four Constables (1984) beginnend und auch in diesem Jahrtausend in den mehrepisödigen The Four Detective Guards (2002) und zuletzt The Four (2008) hin- und ausreichend geschützt. Warum auch hier mehr Wert auf innere Gedanken und Gespräche über sich selbst und seine Gefühle statt dem Erzählen des Plots gelegt bleibt, bleibt ein Rätsel von Mit-Autor und Haupt-Regisseur Gordon Chan.
Denn so ist nicht nur der Rückhalt der Produktion im Budget, die Ausstattung im Übermaß und das ehrgeizige, auf Jahre hin angelegte Vorhaben eines Mehrteilers, sondern auch die ruhige Geschwätzigkeit bzw. die ausgedehnte Vorbereitung all der späten Höhepunkte vorhanden. Hat man beim eigentlich genreaffinen Chan, der sich zuvor in Painted Skin (2008) in der düsteren und Mural (2011) der poetisch-lyrischen Seiten der Widernatürlichen Welt erprobt und hier wie in der Parthogenese beider Möglichkeiten zu befinden scheint, das Gefühl einer sich an- und austestenden Pilotfolge, die sich noch zusätzlich auf vorher von anderer Quelle aus erreichten und noch gar nicht eigens verdienten Lorbeeren am Ausruhen ist. Immerhin sind die diskussionswürdigen Szenen im Einzelnen großteils bedachtsam geschrieben und angemessen inszeniert, verliert sich der Plot um finanziellen, politischen und kriminellen Wandel dabei allerdings aus dem Augenmerk. In das Hintertreffen gerät die anfänglich aufwühlende, an frühes Hong Kong Kintopp erinnernde Veranstaltung um ein Hickhack diverser Rang- und Machtordnungen und den Schattenstaat der Hierarchien; ein eigentlich ausreichend verzweigter Erzählstrang um Mystik, Phantastik und dem schnöden und gleichzeitig mörderischen Griff nach Reichtum und Ruhm.
Auch im Formalen und Technischen strebt man nach Mehr, ist das Werk hochanständig und prägnant besetzt, und zudem mit prallen Kulissen und reich an Ingredienz verziert. Schauplätze der mittelalterlichen Stadt bersten von Details an Architektur und Dekoration und insgesamt prall gefüllten Leben, ein ungewöhnlich filigraner Koloss aus meist dunklen Tönen zwischen tief gesättigten Blau, Braun, und verschieden schattigen Grau- bis Schwarzakzenten. Schweres Holz trifft auf und vermengt sich mit Eisen, stille Blicke und allgemeines Sinnieren auf kämpferisches Geschick. Vor allem optisch gibt es viel zu Entdecken, altmodisch und modern zugleich, von untoten Handlangern, einer sich gegenseitig verwöhnenden Amazonenarmee, dem genießerisch dampfenden Badehaus der weiblichen Schar Kämpfer bis zum düsteren Hort der geplanten Attentate und all der anderen Vergehen. Die übersinnliche Komponente als zusätzliches Gewürz, was die (wenigen) Actionszenen zum Glück nicht gänzlich von Choreographie in Beständigkeit und dem Blick für eine anständige Kampfkunstdemonstration und - destruktion befreit. Leider wäre auch hierbei Weniger Mehr und wird dieses Motto der Reduktion auf das Wesentliche nur zu Beginn, in einer wilden Erstürmung des lokalen Gasthauses und ansonsten mit einer Mehrzahl leidlich genügsamer Trickeffekte über die Schwarze und die Weiße Magie und die Macht der Elemente beherrscht. <!--[if gte mso 9]>
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