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Kathy Bates kennen wir alle noch zu gut, in ihrer Rolle des psychopathischen weiblichen Fans eines Schriftstellers, die ihren "Star" unbedingt dazu bringen will, sein Buch weiterzuschreiben, koste es was es wolle. Nun, auch in "Wer tötete Victor Fox" gibt Bates einen fanatischen Fan, dieses mal allerdings von der ungefährlichen Sorte. Denn "Wer tötete..." ist kein Horror, sondern eher ein äußerst schräge Tragikkomödie fernab des Üblichen.

"Wer tötete Victor Fox" ist eine gelungene Mischung aus schräger Satire und cleverer Comedy, gespickt mit einigen dramatischen Momenten. Es geht um Grace Beasley, deren größtes Idol, Victor Fox, auf mysteriöse Art und Weise ums Leben kommt. Sofort davon überzeugt, dass es nur Mord gewesen sein kann, macht sie sich auf den Weg, um den Mörder zu enttarnen. Unterwegs trifft sie dabei auf Dirk, den schwulen Lover von Victor Fox. Nach einigen Problemen und Twistigkeiten, machen sie sich dann zusammen auf die Suche nach dem Mörder. Die Story ist eigentlich durch die Bank weg clever durchdacht und bietet viele komische Momente, der schrägen Sorte. Vollgestopft mit allerhand skurrilem Humor, aber auch mit äußerst tragischen Momenten, schafft es die Geschichte dabei eigentlich durch die Bank weg zu begeistern ohne jetzt irgendwelche Bäume auszureisen. Sozusagen ein kleines Sammelsurium an allerhand schrägen Details.

Knackig wird es vor allem immer dann, wenn die Satire ihre Arbeit tut. Victor Fox ist hier z. Bsp. nicht einfach nur ein Star, nein er ist regelrecht ein Gott unter den Entertainern. Genüsslich veräppelt der Film dabei die Liebe seiner Fans, die ausgefallener nicht sein kann. Wem es schon immer auf die Nerven ging, wenn Fans ihre Idole in den nicht verdienten siebten Himmel loben, der dürfte sich hier, zu jeder Minute amüsiert fühlen, so bissig ist die Satire mitunter ausgefallen.

Aber auch auf die zwischenmenschlichen Gefühle, der einzelnen Charaktere, wird stehts geachtet. So gibt es zwischen Grace und Dirk nicht nur anfängliche Probleme und Streitereien ("Wie kann Victor Fox, der Star einer jeden Frau, schwul sein?"), sondern später auch zarte Annäherungsversuche, trotz der eigentlich homosexuellen Einstellung von Dirk. Regisseur P.J. Hogan fängt diese Bilder auf eine rührende und niemals kitschige Art und Weise ein, so dass man mit den Figuren durchaus mitfühlen kann, auch wenn man jetzt weder ein fanatischer Fan, noch homosexuell ist.

Und neben all dem Humor und den Gefühlen, ist auch noch Platz für ein wenig Suspense. Die Jagd und die Suche nach dem Mörder ist mitunter recht spannend ausgefallen und wird dem Zuschauer auch mit einigen nett gelegten Spuren ordentlich versüßt. Auch wenn die Auflösung dann etwas plump wirken mag, so kann man dann doch mit Recht sagen, dass man auf diese Figur als Mörder nie gekommen wäre.

Höchstens ein paar Längen hier und da müsste man anprangern. Mitunter gibt es doch ab und an mal ein paar Stellen, die nicht so recht vom Fleck zu kommen scheinen. Hin und wieder hat man das Gefühl, dass man den Film unbedingt auf 117 Minuten auswälzen wollte, obwohl der Stoff nur für gut 100 Minuten gereicht hätte. Aber nun gut, wir wollen mal nicht kleinlich sein.

Zu den Darstellern sei noch gesagt, dass sie ihre Sache allesamt recht überzeugend machen. Allen voran natürlich Kathy Bates, die hier wieder einmal auf absolutem Oscar-Niveau spielt und beweist, dass sie wirklich alle Arten von Charakteren aus dem FF spielen kann. Dazu ein herrlich ruppiger Rupert Everet, der den schulen Liebhaber mit rauer Schale aber weichem Kern, ebenfalls mehr als überzeugend darstellt. Dazu dann noch einige Cameos von z. Bsp. Jonathan Pryce, Julie Andrews und Dan Aykroyd und die Sache ist geritzt.

Fazit: Bissige und dennoch Herzerwärmende Mischung aus Drama und Satire, die mit einer wunderbaren Story, tollen Jokes und großartiger Charakterzeichnung, in so ziemlich jedem Punkt überzeugen kann. Nur ein paar Längen hier und da und die etwas plumpe Auflösung der Frage "Wer ist der Mörder?" müsste man kritisieren. Ansonsten aber eine vollauf überzeugende Komödie, für den kleinen Kreis der Cineasten, die sich mal wieder fern dem Mainstream so richtig gut unterhalten lassen wollen!

Wertung: 8/10 Punkte

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