Gloria betrügt ihren Mann Jaques mit einem alten Freund. Als Jaques das per Zufall herausbekommt, versucht er durch eine Erpressung Gloria zurückzugewinnen, doch die Situation läuft aus dem Ruder.
Film Noir, eine eigene und sehr beliebte Gattung, die eigentlich aus den USA stammt, aber auch in Europa eine Menge Vertreter hat, und Fans. Und Autor und Regisseur Édouard Molinaro liefert hier einen Film ab, von dem man kaum glauben mag, dass er sein Langfilm-Debüt ist. Zuvor hat er sich nur mit Kurzfilmen und Dokumentationen befasst.
Hier steigen wir mitten im Geschehen ein. Ein Mann mit Hut und Trenchcoat fährt zu düster-dräuender Musik durch die nächtliche Stadt. Dann Stille, nur der Motor und wir folgen ihm, wie er gekonnt und planvoll eine Leiche entsorgt. Wortlos (zumindest er), musiklos. Dann erst wird via Rückblick erzählt, wie es zu dem Mord kam.
Und diese ersten 10 Minuten wirken wie ein Sog, sie packen und bauen hier bereits eine Spannung auf, die nur im Mittelteil des Films etwas nachlässt. Die Geschichte entfaltet sich langsam, Längen sind minimal, bleibt aber immer interessant, und hat vor allem im Finale ein paar Wendungen in petto, die diesen Noir zu einem bitterbös-faszinierenden Ereignis machen.
Dabei versteht es Molinaro auch hervorragend, das nächtliche Paris in Szene zu setzen, mit Licht und Schatten zu spielen und vor allem die emotionalen Nuancen im Spiel seines superben Ensembles einzufangen. Die Kameraführung ist hervorragend, die Musik, so sie vorhanden ist, ebenfalls.
Großartiger Film Noir mit bitterem Finale, klasse gespielt und spannend von Anfang an. Solche Filme machen Lust auf mehr. Großes, viel zu unbekanntes Kino!