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Direkt nach seiner Paraderolle in "Dirty Dancing" drehte Patrick Swayze (Die Rote Flut, Road House) den "Mad Max" Klon "Steel Dawn". Mit Lance Hool (Missing in Action 2, Rileys letzte Schlacht) auf dem Regiestuhl und als ausführenden Produzenten haben wir Jemanden, der sich nach seinem Einsatz bei Cannon mit Action auskennen dürfte. Leider gewinnt Hool den Kampf gegen das geringe Budget nicht immer. Gedreht wurde in der Wüste, dort wurden ein paar Sets errichtet, die "Mad Max" nicht mal im Ansatz das Wasser reichen können. Und auch Komponist Brian May, der schon den Score zum großen Vorbild mit Mel Gibson beisteuertem bleibt hinter seinen Möglichkeiten.

Nach einem Atomkrieg ist fast die gesamte Menschheit vernichtet worden und die Erde gleicht einer Wüste. Der ehemalige Söldner Nomad (Patrick Swayze) hat alles verloren, sein Meister Cord (John Fujioka) wurde vor seinen Augen ermordet. Nun landet Nomad bei der Wasserfarm von Kasha (Lisa Niemi) und ihrem kleinen Sohn Jux (Brett Hool). Mit ihrer Quelle wollen sie viele Pipelines zu den anderen Farmen bauen, doch der machtgierige Damnil (Anthony Zerbe) will die Quelle für sich haben. Nomad geht gegen Damnil vor und trifft bald auf den Krieger Sho (Christopher Neame), der seinen Freund und Meister ermordete.

Ich glaube nicht, dass es bequem ist bei einem Kopfstand zu meditieren. So beginnt "Steel Dawn" mit einem auf dem Kopf stehenden Swayze, der kurze Zeit später von ein paar Wüstenmutanten angegriffen wird. Die tauchen aus dem Sand auf und verschwinden dort wieder, der darauffolgende Kampf sorgt für einen gelungenen Auftakt. Doch man merkt schnell wie "Steel Dawn" die Puste ausgeht. Nomads Meister wird ermordet, der war Friedensstifter und sollte zwischen den Siedlern und Damnil vermitteln. Aber Damnil will das ganze Tal für sich haben und vor allem die Quelle, die unter Kashas Farm sprudelt.

So verläuft alles nach Schema F. Nomad kommt dort an, beginnt zu arbeiten, hat recht schnell das Vertrauen von Kasha und Jux erobert und ist für sie bald unverzichtbar. Natürlich darf eine Romanze zwischen Kasha und Nomad nicht fehlen, so verliert der Film zunehmend an Tempo. Zwischendurch gibt es immer mal wieder Kloppereien, die nicht schlecht gemacht sind. Man kämpft mit den Fäusten, wobei Swayzes Akrobatik dabei ziemlich schwach aussieht, man sieht sofort, er ist kein gelernter Kampfsportler. Aber die Keilereien erfüllen ihren Zweck und lockern das vorhersehbare Geschehen auf. Die Schwertkämpfe hingegen sind gelungen und Sho mit seinen Klappmessern ist ein würdiger Gegner für Nomad. Vor dem Finale wird es noch ein wenig dramatisch und logischerweise werden Kasha und Jux noch von Damnil festgehalten, so dass Nomad zur Rettung antanzen muss.

Ich hätte mir sehr ein paar Schusswechsel gewünscht, doch "Steel Dawn" bleibt den Kloppereien treu. So bietet das Finale einen ausführlichen Endkampf, Damnil kriegt sein Fett weg und Hool fährt ein paar Brutalitäten auf. Wenn es hier mal auf die Mütze gibt, dann auch richtig. Da werden ein Arm und ein Kopf abgehackt, blutige Fressen, diverse Stich- und Schnittverletzungen und Durchbohrungen mit dem Schwert angeboten. Eine gewisse Härte kann man "Steel Dawn" zu Recht zusprechen, aber die Action bleibt zu einseitig. Die kleine Verfolgungsjagd mit den vom Wind angetriebenen Buggys ist eine nette Abwechslung, doch ansonsten sieht es mau aus. Auch diverse Sachschäden kann sich Hool aufgrund des knappen Budgets schenken.
Die Darsteller gehen aber in Ordnung, Patrick Swayze macht seine Sache als Wüstenkrieger gut, noch sympathischer wirkt Brion James (Horror House, Tango & Cash) als Tark, ausnahmsweise mal auf der Seite der Guten. Lisa Niemi (Slam Dance, One Last Dance) kann sich in ihrer ersten Rolle auch sehen lassen, nur Anthony Zerbe (Lizenz zum Töten, Die Glücksjäger) könnte sich ein bisschen mehr anstrengen. Christopher Neame (Hellbound, Shadowchaser 3) und Arnold Vosloo (Die Mumie, Darkman 2 und 3) sind in Nebenrollen zu sehen.

Dieser Endzeitactioner ist zu durchschnittlich geraten und auch das knapp bemessene Budget nagt an der Qualität. Die Kulissen sind nicht immer gelungen und von Mays Score erhofft man sich mehr. Aber unterhaltsam ist "Steel Dawn" allemal, wenn auch nicht lückenlos. Die Darsteller machen ihre Sache gut, mit mehr Action wäre ein überdurchschnittliches Ergebnis locker drin gewesen.

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