17 Katastrophenfilme haben die 70er Jahre hervorgebracht, die meisten groß, die anderen mittel vom filmischem Spektakel und Budget her. Auch heute noch werden sie sehr gerne gesehen...nicht nur von Nostalgikern, sondern auch vom jungen Publikum, daß rasch merkt, daß handgemachte Effekte und sehr individuell dargestellte Personen interessanter sind als die heutigen CGI-Effekte und schablonenhafte Standard-Charaktere. Letzteres ist nämlich bei den meisten heutigen Katastrophenfilmen der Fall, die nach dem Jahr 2000 oder kurz davor gedreht wurden.
"Stadt in Flammen" (1979) hat alle Qualitäten der besten Katastrophenfilme aufzuweisen, nämlich eine Vielzahl interesssanter Typen und Charaktere - wobei er wie auch "Flammendes Inferno", "Poseidon Inferno" und "Erdbeben" beinahe schon zu den All-Star-Filmen gehört, d.h. es gab Kriegsfilme und eben auch Katastrophenfilme, bei denen so viele Weltstars gleichzeitig mitspielten, daß man von All-Star-Filmen spricht, u.a. "Der längste Tag" -, beeindruckende Effekte echten Feuers, erschreckende Härte (Menschen laufen brennend herum und schreien entsetzlich - was mich als Jugendlicher sehr schockiert hat), eine hoch-spannende Aktion zur Rettung und hervorragende Dialoge/Synchronisation (die erste Snychro natürlich).
Wie hart der Film ist, sieht man daran, daß er in 3 Schnittfassungen auf VHS erschien:
a) alle Szenen mit brenenden Menschen, verkohlten Leichen, ausgesabbertem Blut, usw. sind entfernt.
b) die Szenen mit brennenden Menschen sind drin, aber das Blutaussabbern und ein toter Vogel sind nicht zu sehen. Minimal kürzer die eine oder andere Schock-Stelle.
c) alles drin, total uncut.
Was in Kritiken sehr oft vergessen wird, ist die hervorragende Musik dieses Films, die ihn auf eigene Art vertraut macht, einen ins Geschehen zieht und fast etwas Genuß entstehen lässt.
Die schauspielerische Leistung aller Beteiligten (besonders Barry Newman, Susan Clark, Jonathan Welsh, James Fransiscus, Shelley Winters, Ava Gardner, Leslie Nielsen) ist exquisit.
Fast ein who-is-who des Genres, denn es sind dabei aus
"Poseidon Inferno": Shelley Winter, Leslie Nielsen*
"Achterbahn": Henry Fonda
"Der Tag, an dem die Welt unterging": James Franciscus
"Cassandra Crossing"+ "Erdbeben": Ava Gardner
* = Ja, man staunt ganz schön, wie ernst und seriös Leslie nielsen spielen konnte in diesen beiden Katastrophenfilmen VOR seiner Blödelzeit.
"Stadt in Flammen" hat mehr Atmosphäre und Details mittelmäßige Filme wie "Meteor" oder "Airport 1975".
Insgesamt ist er einer der 3 besten Katastrophenfilme - und sitzt dabei im Boot mit "Flammendes Inferno" und "Poseidon Inferno". Die 3 sind eine Klasse für sich.
9 / 10