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Robert Redford spielt einen Bürgerrechtsanwalt, der die Verteidigung einer seit Jahren im Untergrund lebenden, ehemaligen Terroristin übernehmen soll. Diese war vor Jahrzehnten bei den Weathermen aktiv, einer linksradikalen studentischen Untergrundorganisation, deren Mitglieder bei einem Bankraub einen Wachmann getötet hatten. Er lehnt den Fall ab und ruft damit einen jungen Journalisten, gespielt von Shia LaBeouf, auf den Plan, der herausfindet, dass es sich beim Anwalt ebenfalls um einen untergetauchten Terroristen handelt, der unter neuer Identität mit seiner kleinen Tochter ein friedliches Dasein fristet. Als das auffliegt, muss dieser erneut untertauchen, weil ihm neben dem ehrgeizigen Schreiberling auch das FBI im Nacken sitzt.

Die Thematik von Neil Gordons Roman war wie gemacht für Robert Redford, den großen Linksliberalen in Hollywood, der mit dem von ihm inszenierten Polit-Drama „Von Löwen und Lämmern“ sein Talent für brisante Stoffe hatte unter Beweis stellen können. Als Darsteller war ihm das ja ohnehin bereits in den 70ern mit „Die Unbestechlichen“ gelungen, dem gefeierten Reporter-Drama über den Watergate-Skandal. Gemessen daran ist „The Company You Keep“ leider eher mittelmäßig.

Interessant sind vor allem die politischen und historischen Aspekte des Films. Dazu gehört der Blick zurück auf die Studentenbewegung, die im Fall der Weathermen in gewaltsamen Protest mündete. Interessant ist auch, wie das fiktive, nach all den Jahren noch einigermaßen intakte Netzwerk der ehemaligen Mitglieder der Organisation aufgerollt wird und wie die Geschichte im „Chinatown“-Stil immer größere Ausmaße annimmt, nachdem der erste Stein einmal ins Rollen gebracht wurde.

Nur leider widmet Redford diesen Hintergründen nicht allzu viel Aufmerksamkeit. Stattdessen konzentriert er sich stärker auf die Figuren, nur, dass die ziemlich klischeebehaftet sind. Der von ihm selbst verkörperte Anwalt, der sich in den melancholischsten Momenten des Films rührend um seine Tochter kümmert oder auf der Flucht Kontakt mit dieser aufnimmt, ist in erster Linie ein netter Typ, der die Zeiten als studentischer Terrorist hinter sich gelassen hat. Der stets sympathische Redford ist da eine stimmige Besetzung. Dem Dr. Kimble-Verschnitt hätten ein paar Ecken und Kanten aber nicht geschadet.

Auffälliger ist Shia LaBeouf, der als ehrgeiziger Journalist, einmal von seiner Recherche angefixt, nicht mehr locker lässt. Zwar ist seine Figur auch nicht frei von Klischees, im Film nimmt er aber den interessanteren Part ein. Er deckt nach und nach immer mehr Zusammenhänge auf, findet Personen, die in den Fall verwickelt sind. Diese Recherche ist es, die den Film trotz des mangelnden Tempos unterhaltsam gestaltet und immer wieder für Überraschungen sorgt. Da es vor allem der bissige Journalist ist, der die Protagonisten vor sich hertreibt, hätte es der Ermittlungen des FBI fast überhaupt nicht bedurft, um die Spannung zu halten. LaBeouf, der an den jungen Redford zu seinen besten Zeiten erinnert, macht dabei eine ausgesprochen gute Figur, auch am Ende, wenn der Reporter schließlich selbst in eine moralische Zwickmühle gerät.

Ins obere Mittelmaß hievt „The Company You Keep“ vor allem der exzellent wie prominent besetzte Cast. Wenn Sundance-Begründer Redford ruft, folgen offensichtlich immer noch die großen Namen, vor allem die Charakterdarsteller. Obwohl der charismatische Brendan Gleeson gegenüber den restlichen Kollegen vielleicht ein wenig heraussticht, haben auch die anderen ihre Szenen, in denen sie kurz glänzen können. Zu den bekannten Gesichtern zählen des Weiteren Julie Christie, Susan Sarandon, Nick Nolte, Chris Cooper, Terrence Howard, Stanley Tucci , Richard Jenkins, Anna Kendrick und Sam Elliot.

Fazit:
Letztlich ist „The Company You Keep“ ein weitgehend unterhaltsamer Thriller mit vereinzelten Längen und einem großartigen Darsteller-Ensemble. Einen bleibenden Eindruck hinterlässt er jedoch nicht.

60 %

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